Geschichten aus dem Uslarer Land: Der Masterplan.

Der Masterplan für ein multifunktionales Uslar – Die Weichen sind gestellt.

(M)ein Kommentar.

Am 14.11.2019, bei der Sitzung vom Wirtschafts-, Umwelt- und Entwicklungsausschuss im Rathaus, war es so rappelvoll seitens der Besucherinnen und Besucher, dass 2x Stühle/Bänke nachgeordert werden mussten. Wer um 19.15 Uhr im Rathaus erschien, der musste stehend auf die Damen und Herren unserer Lokalpolitik schauen.

Die Vorstellung vom Masterplan durch die cima, Tagesordnungspunkt 4, sorgte am vergangenen Donnerstag jedenfalls für Furore in den „heiligen Hallen“ unserer Kleinstadt. Wenn das Interesse am Werdegang von Uslar so groß ist, dann darf man das gerne als einen positiven Aspekt werten.

Das wichtiges dann jetzt: Am Donnerstag wurde seitens des Ausschusses die Empfehlung abgegeben dem Masterplan zuzustimmen. Es folgen noch weitere Beratungen im Finanzausschuss, im Verwaltungsausschuss und last but not least natürlich in der Ratssitzung Anfang Januar 2020.

Wie gesagt, momentan sprechen wir noch von einer Empfehlung.

Die Vorstellung des Masterplanes war umfangreich, informativ, beleuchtete viele Sequenzen, war teilweise logisch und teilweise befremdlich. Ich habe irgendwann Block und Stift in die Handtasche geworfen weil ich mir all die Infos nicht mehr aufschreiben konnte, ich wäre nicht mehr an meinen Aufzeichnungen entlang gestiegen.

Ich schreibe jetzt quasi aufgrund meiner Erinnerungen an diesen Abend.

Den Link zum ausführlichen Masterplan am Ende des Artikels lest am besten in Ruhe und selbst, wenn ich darauf eingehe dann dehydriert ihr oder liegt unterzuckert auf dem Wohnzimmerteppich.

Was mir bis zum Donnerstag nicht klar war, das war der Plan/Wunsch die Wiesenstraße mit der Innenstadt auf diverse Art und Weise zu verbinden. Das Leben tobt momentan in der Wiesenstraße, da muss man sich nichts vormachen. Das Verkehrsaufkommen dort hat seit dem Wegzug einiger Geschäfte von der Altstadt nach dort unten arg zugenommen.

Teil des Masterplanes ist unter anderem die Menschen aus der Wiesenstraße auch in die Lange Straße zu locken. Ein Vorschlag war der „Uslar-Taler“, welcher in der Einkaufsmeile ausgegeben wird, aber nur in der Stadt einzulösen wäre. Diesen Vorschlag fand ich nicht übel.

Mit einer hervorstechenden Beleuchtung u. a. soll diese Verbindung sichtbar gemacht werden. Auch nicht die dümmste Idee.

Weiter ging es mit dem leidigen Thema Leerstand der Häuser/Geschäfte in der Langen Straße. Eine Idee war, diese nicht genutzten Geschäfte als Wohnraum zu vermieten. Auch nicht die schlechteste Lösung, wer wohnt nicht gerne in einem ehemaligen Geschäft, welches vielleicht auch noch von einem typischen, alteingesessenen Uslarer betrieben wurde.

Warum man unsere Gassen aufwerten möchte, bzw. darüber nachdenkt, das entzieht sich meinem Verständnis. Ich finde die Gassen okay wie sie sind. Das verstehen aber wahrscheinlich nur die Uslarer.

Dass die Idee, die Lange Straße beispielsweise mit Spielgeräten auszustatten keine gute Idee ist, darauf kamen die Damen und Herren von selbst.

Was ich bei der Vorstellung vermisste, das war die Einbeziehung vom unteren Postberg/dem Neustädter Platz. Laut den Erläuterungen an diesem Abend ist am Forstgarten Schluss mit den Überlegungen.

Wer vielleicht geschäftlich durch Uslar fährt und am Postberg Nähe der Post an der roten Ampel steht und nach links schaut, der sieht ein ungepflegtes Gebäude: Die alte Post. Ob man da Lust hat den Blinker links oder rechts zu setzen um sich die Innenstadt von Uslar mal genauer anzuschauen, das bezweifle ich. Es sieht dort (leider) schrecklich aus.

Die Sauberkeit unserer Stadt war auch oft Thema bei der Vorstellung des Masterplanes. So muss es in diesem Jahr eine Aufräumaktion gegeben haben wie ich hörte.

Ebenso finde ich schade, dass der Neustädter Platz nicht Thema war. Wer sich an einem Sonntag frühmorgens dort mal in aller Ruhe dieses Plätzchen anschaut (ohne Verkehr), der merkt schnell, dass es eine wunderschöne Ecke von Uslar ist. Zudem eine charakteristische Ecke von Uslar. Genau da fahren viele Auswärtige lang. Die „Einflugschneise“ von Uslar wäre vielleicht eine Chance den ein oder anderen Auswärtigen in die Innenstadt zu locken. Leider kamen mir diese Gedanken erst beim Verlassen des Rathauses, somit war die Chance auf eine Frage in der unterbrochenen Sitzung dahin.

Apropo Meinung: Noch immer sind die Uslarer gefragt um sich mit ihrer Meinung bzw. ihren Vorschlägen einzubringen. Nicht meckernd bei Facebook, sondern konstruktiv bei der Stadt oder bei der cima. Am Donnerstag jedenfalls nahmen einige Uslarer kein Blatt vor dem Mund und sagten ihr Meinung zu der Thematik. Das war sehr interessant.

Eine wichtige Wortmeldung kam zum Schluss: Man hoffe, dass der Masterplan umgesetzt wird, und nicht (wieder) in einer Schublade vor sich hin gammelt. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. ^^

P. S.: Danke an Wilfried Fischer für die nachträglichen Erläuterungen.

Auszug der Sitzung, guckste da:

Protokoll der Sitzung

Share

Die kleine Kneipe in unserer (Langen) Straße.

(Quelle Bilder: Michael Römer/Udo Klümper)

Uslar/ Wenn sich in Kürze in der Langen Straße 48 die Türen öffnen, dann ist Uslar um eine Kneipe reicher: Micha(el) Römer, vielen gerade aus Fußballkreisen bekannt, zudem gebürtiger Sohlinger, wagt den Schritt in die Selbstständigkeit. In und mit der „kleinen Kneipe„.

Diese Idee schwirrte schon länger in seinem Kopf umher, und nun hat er Nägel mit Köpfen gemacht und haucht unserer Innenstadt ein wenig mehr Leben ein.

Die Gastronomie ist gerade ihm nicht fremd, schon seine Eltern führten über viele, viele Jahre eine Kneipe im Ahletal, die „Themse“ in der Bleichstraße.

Und jetzt wird der Micha quasi die Familientradition fortführen und das auch noch in sehr ehrwürdigen Räumen:

Nämlich dem ehemaligen Stadt-Cafè, damals erfolgreich geführt unter Wilhelm „Willi“ Klümper. Wenn sich Menschen aus der Region zeitversetzt den Staffelstab in die Hand geben, trotz langer Pausen, dann erfreut es das Uslarer Herz um so mehr. Was Wilhelm Klümper 1968 startete, setzt Micha Römer knapp 50 Jahre später fort.

Folgenden Fahrplan hat sich der Micha überlegt:

  • Am Montag ist Ruhetag, ansonsten ist an den anderen Tagen ab 11 Uhr geöffnet. Am Wochenende, sprich Freitag, Samstag und Sonntag, kann ab 9 Uhr in der kleinen Kneipe gefrühstückt werden. 
  • Es wird auch eine kleine, überschaubare Mittagskarte geben für den Hunger zwischendurch, damit keiner zur Diva wird. Ob z. B. mit dem obligatorischen Schnitzel, den Pommes oder DER vermissten Delikatesse in unseren Gefilden: Dem halben Hähnchen. Der Micha hat auch einen heimlichen Spitzname dafür im Sinn, diesen werde ich aber nicht verraten.
  • Vom Stil her wird es eher locker-flockig zugehen, die Einrichtung ist bewusst sehr rustikal gehalten, es wird quasi muckelich wie Dittsche sagen würde.
  • Geplant sind Abende mit Live-Musik, Motto-Geschichten wie 80er/90er Partys, vielleicht auch Comedy o. ä. Man muss halt schauen auf was die Gäste abfahren, was gut ankommt und wohin die Reise geht. Der Weg ist ja bekanntlich das Ziel.
  • Es ist möglich beim Micha für Familienfeiern/geschlossene Gesellschaften für +/- ca. 40 Personen zu reservieren, dafür wird dann allerdings der normale Kneipenalltag dicht bleiben müssen.

Im kulinarischen Angebot rein Bier technisch gesehen ist natürlich Bergbräu am Start sowie Schneiders Weisse.

Im Frühling/Sommer/Herbst, wenn der Planet vom Himmel brennt, wird man in der kleinen Kneipe auch vor der Tür sitzen können. Bestuhlung an der frischen Luft ist unbedingt geplant.

Die obligatorische Tasse Kaffee wird man in der kleinen Kneipe auch schlürfen dürfen, also tut sich eine weitere Möglichkeit auf um sich am Nachmittag in der Innenstadt auf eine Portion Koffein oder eben nicht Koffein verabreden zu können. Oder was auch immer 😉

Wie sang schon Peter Alexander:

>>Die Postkarten dort an der Wand in der Ecke, das Foto vom Fußballverein.
Das Stimmengewirr, die Musik aus der Jukebox. All das ist ein Stückchen Daheim.<<

Der genaue Eröffnungstermin wird früh genug bekannt gegeben, Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Es geht aber echt in Kürze steil in der Langen Strasse 48.

In diesem Sinne: Viel Erfolg, Micha. ^^

Mehr Infos bei Facebook: Die kleine Kneipe

Share

Ein Pümpel mit „Bums“: Mein neuer Pressluft-Rohrreiniger

(Quelle Bild: Pixabay/Alexas_Fotos)

Ach Herrje, was für eine Vollkatastrophe wenn das Klo verstopft ist und man komplett überfordert mit der Gesamtsituation. Nach zaghaften Versuchen mittels Spülmittel, Backpulver, Essig und heißem Wasser tat sich … nichts.

Nach weiteren chemischen Keulen mittels Rohrreiniger tat sich ebenfalls … nichts. Du kannst das wiederholen bis zum geht nicht mehr:

Ist das Rohr zu, dann tut sich … nichts.

Ein Hoch auf eine Gästetoilette, war zumindest der lückenlose Ausscheidungsprozess gesichert hier im Hause. 

Ja, man denkt kurz über einen Sanitärfachmann nach, aber wiederum auch nicht so wirklich. Der kostet Kohle. Aber viel schlimmer: Der sieht das Drama dann im Schacht. Ich wusste ja nicht, was denn da genau das Rohr verstopft hatte.

Okay, alles klar, kaufen ich einen Pümpel, der war hier noch nie im Haushalt an Bord.

Geschäft Nummer 1: Pümpel ausverkauft.

Geschäft Nummer 2: Ich habe den Pümpel nicht gefunden.

Aber dafür sah ich im Angebot einen Pressluft-Rohrreiniger, quasi einen Hightech-Pümpel. Kurz die Beschreibung gelesen, er soll alle Verstopfungen ohne Chemie und ohne großen Kraftaufwand lösen. Und das auch noch total simpel. 

Ich das Ding unter den Arm geklemmt und ab an die Kasse.

Die Dame an der Kasse so:

Du tust mir leid!“

Ich so:

Ich mir auch!“

Ich verlangte kurz nach einem Kollegen der mir das Ding erklärt, dieser war auch recht schnell zur Stelle.

Ich konnte meine Fragen stellen zu dem Hightech-Pümpel und staunte nicht schlecht bei seinen Antworten: Ich solle mir alte Kleidung anziehen, die direkte Umgebung etwas abdecken weil es schmutzig werden kann. Lang und schmutzig.  Wegen dem Druck und und dem Verteilungsprozess der Rohrverstopfung. Denn auch ich wusste nicht, was sich genau in diesem Rohr so hartnäckig breitgemacht hatte.

Zu Hause angekommen vertraute ich noch auf mich und ein Wunder, hatte Panik vor den Nachwehen des Pressluft-Rohrreinigers, zog mir einen Müllbeutel über den Arm und fuchtelte in dem Rohr herum wie ein Tierarzt im Darm vom lieben Vieh bei einer biologischen Verstopfung quasi.

Das muss doch da zu lösen sein irgendwie. Es war aber nicht zu lösen, das Rohr war dicht und es tat sich … nichts. 

So baute ich den Pressluft-Rohrreiniger zusammen, schaut zeitgleich ein Video zu dem Thema bei Youtube, deckte alles mit Müllbeuteln ab und zog mir die letzte Klamotte an. Ich dockte den Pümpel an mit einer Präzision, welche selbst mich erstaute. Der Pumpvorgang wurde meinerseits gestartet. 

Mir stand der Schweiß auf der Stirn, der Zeigefinger stand am Abzug und ich stand am Pott. 

Ich drückte den Abzug, es gab einen dezenten Knall und siehe da: Das Rohr war frei!

So stand ich mit der letzten Klamotte ausstaffiert vor dem Klo und feierte mich. 

Und nein, es gab keine Sauerei.

Und nein, Youtube-Videos zu dem Thema verwirren nicht.

Und nein, ich habe keine Angst mehr vor dem Supergau der Verstopfung jeglicher Art hier im Haushalt.

Ich bin die Herrscherin am Abzug vom Pressluft-Rohrreiniger. Mit drei verschiedenen Aufsätzen für alle Vollkatastrophen at home. Yeah! ^^

Share

Ein Samstagabend auf der Polizeiwache: Läuft!

(Quelle Bild: Pixabay/Alexas_Fotos)

Es sollte ein total entspannter, ruhiger Samstagabend werden. Beim Einkaufen überkam mich die Idee und der Heißhunger auf eine Pizza vom Schnellimbiss nebenan. Man gönnt sich ja sonst nix. Mit der Pizzaschachtel auf dem Beifahrersitz und Knoblauch geschwängertem Duft im Flirtmobil musste ich rückwärts vom Parkplatz auf die Hauptstraße fahren, jetzt nicht so meine Königsdisziplin. Und plötzlich gab es einen Rums! Mir blieb das Herz stehen, ich dachte im ersten Moment ich habe jemanden angefahren. Ich fuhr ein paar Meter weiter und sah im Rückspiegel, dass ich auf einer kleinen Verkehrsinsel ein kleines Schild in Schräglage gefahren hatte. Ich also links ran und das Auto begutachtet: Im Dunkeln war nichts zu sehen. Und ich hatte mein Handy nicht dabei um die Polizei zu informieren. Zu Hause angekommen habe ich die Pizza auf den Esstisch geschmissen und die Polizei angerufen um den kleinen Unfall zu melden. Alles andere wäre ja Fahrerflucht gewesen. Man bat mich kurz vorbei zu kommen. Jacke wieder an, ab ins Auto und zur Wache gerammelt. Der freundliche Herr ging mit einer Taschenlampe an mein Auto, und da sah ich dann auch den Schaden. Das Flirtmobil hat etwas gelitten. Der Lack war ab, wie bei der Fahrzeugführerin auch 😉 

Auf die Frage des freundlichen Herren, ob mein Abstandhalter nicht gepiept hat konnte ich nur antworten, dass meine Karre 20 Jahre alt ist und noch über ein Kassettendeck verfügt.

Er so:

Kassetten gibt es doch gar nicht mehr.“

Ich so:

„Doch, ich habe noch 3 Tüten voll.“

Er so:

Schweigen!

Und dann habe ich gelitten als der freundliche Herr sah, dass mein TÜV abgelaufen ist. Ach Du Schande, wie peinlich! Die Frage nach Führerschein und Fahrzeugschein löste Schweißausbrüche in mir aus, denn ich war ohne Handtasche losgefahren. In meiner Jackentasche schlummerten nur meine Geldbörse, Kippen, mein Handy und eine alte Rotzfahne. Okay, okay, okay, fahren wir halt schnell nach Hause. Beim Verlassen des Parkplatzes leuchtete meine Tanknadel rot.

Sprit ist alle – böse Falle.

Ich kam aber noch zu Hause an, rannte die Treppen rauf, schnappte meine Handtasche, rannte die Treppe wieder runter, und hatte noch den Knoblauch geschwängerten Duft der Pizza vom Esstisch in der Nase. Also wieder zur Wache gebrettert, die Papiere vorgezeigt, den Vorgang aufgenommen und zwischendurch dachte ich mir, dass es sicherlich bessere Alternativen für einen Samstagabend geben mag: Zum Beispiel eine warme, Knoblauch geschwängerte Pizza. Der freundliche Herr sagte mir, dass er sich den Schaden an dem Schild noch anschaut. Ich war so froh, dass ich da nicht mit hin musste. Ich dachte echt ich muss in den Streifenwagen steigen, an der Verkehrsinsel aussteigen und dann kriegen etliche Leute mit, dass ich ein kleines blaues Verkehrsschild umgehämmert habe.

Dann kam noch die Ermahnung wegen dem TÜV, ihr ahnt sicherlich was hier nächste Woche auf der Prioritätenliste ganz oben steht.

So fuhr ich wieder nach Hause mit rot leuchtender Tanknadel, rannte die Treppen wieder rauf und aß meine mittlerweile kalte Pizza mit Knoblauch geschwängertem Belag.

Ich bin gespannt auf die Rechnung der Straßenmeisterei.

Freunde, macht es bitte nicht so teuer. Ich biege das Ding auch wieder gerade wenn es sein muss. Echt jetzt.“ ^^

Share

Von widerwärtigem Journalismus und Profitgier.

(Quelle Bild: Pixabay/Alexas_Fotos)

Das Drama um den Doppelmord in Göttingen werden sicherlich viele verfolgt haben. Ich nicht weniger, Göttingen ist von hier knapp 35 km entfernt.

Auf die Inhalte dieser brutalen und schwer nachvollziehbaren Tat gehe ich nicht näher ein, es geht auch nicht darum jetzt eine Diskussion um diesen Fall loszutreten.

Mir geht es mehr um die widerwärtige Berichterstattung und die Aasgeier, welche um dieses Drama kreisten wie der Teufel um die arme Seele weil sie den Rubel rollen sahen und noch rollen sehen.

Nachdem ich am Donnerstag bezüglich dieses Falles einen Anruf erhalten hatte, bin ich online gegangen und habe versucht herauszubekommen was genau denn dort passiert war. Der Täter war noch auf der Flucht, bewaffnet, und die Bevölkerung wurde um Vorsicht gebeten. Man sollte keinesfalls Anhalter mitnehmen oder ihn ansprechen falls man ihn erkennt.  Eine Personenbeschreibung ging online und Bilder des Täters.

Der Kamm schwoll mir an als ich merkte, dass ich auf der Seite einer lokalen Tageszeitung (online) einen Artikel nicht bis zum Ende lesen konnte mit den genaueren Warnungen/Hinweisen an die Bevölkerung. Der Artikel wäre nur dann einsehbar gewesen wenn ich ein Abo abgeschlossen hätte. Für knapp 2,50 Euro. Der erste Monat ist frei. Super Nummer, Leute. Super Nummer 😉

Da rennt ein bewaffneter Mann herum der eine Frau umgebracht hat und eine andere schwer verletzt, und ich soll ca. 2,50 Euro bezahlen um die genaueren Hinweise lesen zu dürfen?

Sorry, aber geht`s noch? Hätte man aufgrund der Gefahr diesen Abo-Rotz nicht weglassen können?

Das war die erste Sache die mich furchtbar aufgeregt hat.

Kommen wir zur zweiten Sache:

Seit irrsinnig langer Zeit regen wir uns darüber auf, dass Gafferbilder von Unfällen, Dramen etc. in den sozialen Netzwerken geteilt werden. Wir schreien danach, dass diese Leute so hart bestraft werden, dass es wehtut. Auch unsere Presseportale, großen Nachrichtenmagazine und kleinen Lokalredaktionen haben mit in das Horn geblasen und diese Entwicklung moniert.

Im Fall vom Göttinger Mord tauchen urplötzlich in einigen Artikeln Bilder auf, welche die abgedeckte Leiche der Frau zeigen. 

Und auch da fragte ich mich: Sorry, geht es noch?

Diese Bilder haben keine sachdienlichen Hinweise geliefert, sie zeigen ein grausames Schicksal.

War es wirklich nötig die Artikel um diesen schrecklichen Vorfall mit diesen Fotos online zu stellen? Hat mal jemand kurz an die Familie des Opfers gedacht? An die Tochter zum Beispiel welche ihre Mutter verloren hat? An deren Ehemann? Generell an die Familien und Freunde, Kollegen und Nachbarn?

Ihr Nachrichtenmagazine dreht euch im Wind wie es eure Quote wünscht. Auf der einen Seite die Moralapostel, auf der anderen Seite kalt und skrupellos.

Ich weiß, ich weiß, die kleinen Zeitungen kämpfen um das Überleben weil wir alle für „umme“ online unsere Infos bekommen. Das genau macht den kleinen Redaktionen zu schaffen und sorgt dafür, dass immer weniger Zeitungen gekauft werden. Ich kann das alles nachvollziehen. Keine Redakteurin und kein Redakteur arbeitet für Luft und Liebe.

Aber rechtfertigt das eine solch geschmacklose, pietätlose und respektlose Art und Weise?

Ich sage klar und deutlich NEIN.

Kracher war dann noch unser Privatsender mit den drei Buchstaben, welcher sich anmaßte zu behaupten, sie hätten „herausgefunden, dass der Täter ein bekannter Schwerverbrecher ist.“

Woraufhin ein User schrieb:

Nichts habt ihr …, Das sind Infos, die die Polizei herausgegeben hat.“

100 Punkte für das Statement des Users.

Aber wir rennen offene Türen ein wenn wir das alles ansprechen.

The Show must go on. I know. 

Share

„Ich sehe Dich nicht, also bist Du nicht da.“

(Quelle Bild: Pixabay/ivanogood)

Wir kennen sicherlich alle die Situation, dass

a) wir Menschen sehen, denen wir lieber nicht begegnen wollten/möchten oder

b) Menschen uns sehen, die uns lieber nicht begegnet wären/begegnen wollten.

Fangen wir bei b an, also bei den Menschen welche eine Krise bekommen wenn sie Dich oder mich oder sie oder ihn sehen. Das ist alles im grünen Bereich, man kann nicht mit allen peoples of the world können. Dann ignoriert man sich gekonnt, schleicht aneinander vorbei.

Was mich teilweise so nachdenklich stimmt sind Leute, die mich vor relativ kurzer Zeit noch mit High five begrüßten, und urplötzlich durch mich hindurch schauen. Als hätte ich den Mantel der Unsichtbarkeit an. Wie in Trance wandeln die. Oder wie unter Hypnose. Ich könnte ein Martinshorn auf dem Kopp haben in dem grellsten Blauton on earth, mit dem lautesten Signalton on earth, aber die sehen und hören mich einfach nicht. Als wäre ein kurzzeitige Blind- und Taubheit eingetreten plus Amnesie. So wandeln sie an mir vorbei.

Kommen wir zu Punkt a, wir begegnen Menschen wo man denkt:

Ach Herrje, die/der hat mir gerade noch gefehlt.“

Das ist jetzt nicht so meine Königsdisziplin, ich breche mir beim ignorieren oft total einen ab. Läuft mir so jemand plötzlich über den Weg, dann erschrecke ich mich volles Brett. Das merkt die/der andere meist. Dann finde mal den Übergang zum ignorieren. Ein Ding der Unmöglichkeit. Zumindest bei mir.

Befinde ich mich in einer solchen Situation, dann habe ich das Gefühl meine Haarspitzen zünden Wunderkerzen mit anschließendem 5-minütigem Feuerwerk, meine Kleidung nimmt eine Signalfarbe an, meine Schritte sind bis Kanada zu hören und auf meiner Stirn läuft ein Banner mit dem Text:

Ich sehe Dich nicht, also bist Du nicht da. Ich tu mein Bestes so ignoriertechnisch. Verzeih mir die verkackte Nummer. Sooorryyyy.“

Ein sehr guter Freund, wir haben uns eine Zeit lang ignoriert wie der Teufel die arme Seele, hat mich mal auf einen meiner „Ignorier-Momente“ angesprochen. Sein Wortlaut war in etwa:

Es ist natürlich überhaupt nicht aufgefallen, dass Du nach der Sichtung meines Autos in Deine Richtung hektisch angefangen hast in Deiner Handtasche zu kramen. Wie eine Bekloppte hast Du in Deiner Handtasche gekramt und Dein Handy raus geholt um so zu tun, als hättest Du gerade einen Anruf erhalten oder eine SMS oder ein Liebesgeständnis in einer Single-Börse. Man hat aber auf 20 Meter gesehen, dass Du das Handy falsch herum gehalten hast, Dein Kopp hat geleuchtet wie ein Feuermelder und als ich an Dir vorbei war, verschwand das wichtige Handy in der Manteltasche und Du bist um die nächste Ecke gerannt wie bei den Bundesjugendspielen 1981. Nur ohne Staffelstab und Turnanzug.“

Und weiß Gott, er hatte so Recht.

Ignorieren muss gekonnt sein. Ich kann es dann auch … nicht. ^^

Share

Das ist die perfekte (Hitze-) Welle.

(Quelle Bild: Pixabay/Conmongt)

„Es wird 5 Minuten später, ich sitze noch schnell `ne Hitzewelle aus!“

Das waren so ungefähr die Worte meiner Freundin, als wir uns vor wenigen Wochen verabredet hatten. Und wenn es eine versteht, dann ich. Auf die 50 zugehend und vom hormonellen Supergau bzw. den Wechseljahren gebeutelt, surfen wir gerade auf derselben Welle: Der Hitzewelle.

Wir sind selten zusammen unterwegs. Aber wenn, dann glänzt eine im Gesicht hin und wieder wie Affenarsch. Oder wischt sich mit irgendeinem Lappen oder Tuch durchs Gesicht. Oder stöhnt:

„Och nee, ey, Attention, Welle rollt an.“

Wir beiden waren am Sonntag auf Achse. Es war ja eh schon eine Affenhitze. Als ich mich dann im Bad restaurierte stand mir der Schweiß während einer Welle so auf der Stirn, dass ich beim eincremen frontal schon abrutschte. Als ich dann der Frisur von hinten den TÜV abnahm, waren die Haare im Nacken schon klitschnass.

Wir saßen kurze Zeit später tiefenentspannt an der Weser bei einem Eiskaffee bzw. einem alkoholfreien Weizen, da rollte meine nächste Welle an. Ich hätte mir am liebsten das alkoholfreie Weizen über die Rübe gekippt, wäre aufgestanden um den anderen Besuchern des Biergartens zu sagen:

„Tach, Werner mein Name. Ich habe gerade eine Hitzewelle. Bitte wählen Sie nicht die 112 wenn ich die nächsten drei Minuten transpiriere wie Sau und meine Gesichtsfarbe ungesund wirkt. Das geht gleich vorbei. Danke und einen schönen Tag noch sowie Glückwunsch an die Männer hier.“

Meine Freundin litt genauso, sie wünschte sich mittendrin auf einem der Jet-Ski mitfahren zu dürfen damit etwas Wind die kleinen, fiesen Schweißperlen für kurze Zeit trocknet.

Diese meine Freundin war es auch die mir erzählte, dass eine Bekannte von ihr ebenfalls „wellig“ unterwegs ist, aber bei dieser sieht man das nicht wenn sie das anrollen ihrer Hitzewelle ankündigt: Kein roter Kopp, kein Schweiß auf der Stirn, kein Griff in die Handtasche nach einem Gästehandtuch. Sie hat wohl eher die „Hitzewelle Deluxe“ abbekommen. Beneidenswert.

Als wir am Sonntag dann wieder im Auto saßen, ich hatte die Klimaanlage bis zum Anschlag aufgedreht, fragte ich sie ob es ihr zu frisch sei. Ihr Kopf schoss herum in einer Schnelligkeit die mir Angst machte. Und dann warf sie mir einen Blick zu, dass mir das Blut in den Adern gefror. Okay, es war ihr nicht zu frisch. Ich brauchte keine Antwort, ich hatte verstanden.

In meiner Handtasche schlummert hin und wieder ein kleiner Waschlappen/Gästehandtuch damit ich schnell reagieren kann wenn sich die Schweißporen wie Schleusen öffnen. Und pfurztrockenes, gut abdeckendes Puder für den Fall, dass das mein Make-up weg fließt, im Gästehandtuch hängt oder man so einen roten Helm hat, dass andere vielleicht auf eine Blutdruckkrise tippen. Pudern wir halt des öfteren nach.

Vor einiger Zeit war ich mit Kolleginnen essen und und den Tag waren meine Wellen auf Krawall gebürstet: Ich hatte kein Tuch dabei und musste auf eine Serviette zurückgreifen. Mir standen die Schweißperlen sonst wo. Sagt die eine Kollegin:

„Das ist mit Dir hier gerade wie bei Loriot und der Nudel, nur dass es bei Dir keine Nudel ist sondern die Fetzen der Serviette. Mal auf der Nase, dann an der Wage, eben noch auf der Stirn und jetzt an der Oberlippe.“

Ich musste selber lachen, wann erinnert man seine Mitmenschon schon an Loriot? ^^

Share

Rock `n` Roll in Uslar: The Kiss-Tribute-Band aus Groß-Umstadt rockt den Pekermarkt.

(Quelle Bilder: Karsten Thorhauer/Klaus Manns/The Kiss-Tribute-Band)

You wanted the best, you got the best!“

Uslar/ Am 07.09.2019 gibt es im idyllischen Uslar was auf die Ohren: Ullrich Rauch, Ulric Wurschy, Dave Maier und Max Friedrich (The Kiss-Tribute-Band) machen sich Anfang September auf eine knapp 300 km weite Reise nach Uslar. Mit einem geilen Bühnenbild, einer geilen Pyro-Show und geilen Songs im Gepäck. Und ganz wichtig: Sie lassen die Ära von KISS aufleben ab 20 Uhr an diesem Samstagabend auf der Graft.

KISS: Welcher Fan mit Vorliebe für Hardrock kennt sie nicht? Egal wen man nach Songs von KISS fragt, alle trällern sofort „I was Made for Loving You“ mit. Das war auch ein Brett diese Nummer aus dem Jahr 1979, nicht umsonst war genau dieser Song in den Top Ten. Und auch heute noch wird abgefeiert auf diversen Partys wenn diese Nummer aus dem Lautsprecher dröhnt. Wobei die damaligen Musiker von KISS zu diesem Song sehr kontroverse Meinungen hatten.

God gave Rock and Roll to you“ hängt uns aber auch allen im Ohr, oder?

Prägnant ist das optische Markenzeichen dieser Band, die aufgemalte Maskierung: The Demon, the Starchild, the Spaceman, the Catman. Im Jahr 1983 verzichteten KISS auf diese Maskierung und profitierte von dieser Entscheidung. Nicht aber am 07.09. in Uslar.

Die Jungs aus Groß-Umstadt der Kiss-Tribute-Band waren im Jahr 2012 Gewinner des Wettbewerbs „Hessen rockt“. Sieben Jahre später rocken sie nun Niedersachsen. Und greifen eine über 45-jährige Epoche einer der bekanntesten Hardrock-Bands aus New York auf. KISS ist Kult, KISS ist Rock `n` Roll, KISS ist eben KISS.

Gene Simmons, Ace Frehley, Peter Criss und Paul Stanley und einige weitere werden mit Hilfe der Kiss-Tribute-Band präsent sein an diesem Abend. Und mit ihnen eine Musik, welche viele von uns durch ihre/seine Jugend begleitet hat und noch heute begleitet. So hat dieser Abend am 07.09. auch einen kleinen historischen Charakter.

Wusstet ihr eigentlich, dass zum ersten Konzert der Original Kiss-Truppe nur 3 Gäste kamen? Nee? Ich auch nicht!

Auszug Wikipedia, guckst Du:

<<Am 30. Januar 1973 vor drei zahlenden Zuschauern im Popcorn Club im New Yorker Stadtteil Queens.>>

Zu Uslar und Queens finde ich jetzt so keinen Übergang und kann nur raten:

Auf zum Pekermarkt Uslar an die Graft am Samstag dem 07.09.2019. Kein Eintritt, eine heimelige Kleinstadt, der bekannte Pekermarkt, tolle Musik, noch tollere Leute und eben DIE Kiss-Tribute-Band. ^^

Info:

Wann: Samstag, 07.09.2019 ab 20 Uhr

Wo: An der Graft/Graftplatz Uslar beim Pekermarkt

Eintritt: Kein Eintritt

Weblinks:

Pekermarkt Uslar 2019

Kiss Tribute Band

Share

Von einem super tollen Konzert, lustigen Toilettenwagen und ätzenden Besuchern.

(Quelle Bild: Pixabay/Kaffee)

Ich hatte einige Bands/Interpreten auf meiner Wunschliste, welche ich gerade in der letzten Zeit endlich besuchen durfte. Roger Hodgson hat mich im letzten Jahr so berührt, das Konzert war echt der Hammer. Vor knapp 2 Wochen war dann Barclay James Harvest auf dem Programm. Diese Musik hat mich gerade in den 80er Jahren begleitet. Für meine Begeisterung diese Musik betreffend war meine „große“ Schwester verantwortlich.

Sie stieg am 03.08. in ihr Auto in der Nähe von Augsburg, ich stieg am 03.08. in einen Zug in Uslar und wir trafen uns in Eschwege, in der Nähe des Veranstaltungsortes der Konzerte von Karat und Barclay James Harvest. Es war Open Air am Wanfrieder Hafen, meine Schwester hatte an diesem Tag Geburtstag und irgendwie passte alles.

Im Vorfeld bekamen wir mehr durch Zufall den Soundcheck mit, lernten den Sicherheitsdienst kennen (welche Barclay echt nicht kannten) und dieser Tag startete unter einem guten Stern. Und meine artige Schwester so zur Security:

Hallo?!? Wir müssen durch, man erwartet uns auf der Bühne.“

Ich kannte sie so frech gar nicht. Der Plan ging auch nicht auf, aber Versuch macht klug. 😉

Wir machten uns abends auf zum Konzert, knapp 2.200 Besucher und ein total idyllisches Areal.

Als Karat (welche auch richtig geil waren) die Bühne an Barclay übergaben, rammelten wir noch schnell zur Toilette. Schnell jetzt nicht so, die Damen und Herren standen in 4 Reihen an, und das schätzungsweise auf 15 bis 20 Metern. Das verzweifelt man fast. Ich wollte den ersten Song nicht verpassen und die ersten Töne neben Pullergeräuschen hören. Das hätte mein Weltbild zerstört. Man wartete artig, hasste den Harndrang aller Beteiligten und den eigenen, lachte sich kurz schlapp weil von hinten einer rief:

„Macht mal hinne da vorne“

und rannte in einem Affenzahn nach knapp 20 Minuten wieder auf das Gelände.

Für mich ist Barclay ein Meilenstein in der Musikgeschichte, ich verbinde mit deren Musik so viele Erinnerungen. Meine Schwester auch, versteht sich von selbst.

Nun meinen ja viele, dass es gerade bei einem Konzert als Vorteil gilt wenn man groß ist, Klar, genau das tut es auch. Aber: Man achtet als großer Mensch auch darauf, dass man kleineren Menschen nicht die Sicht versperrt. Das taten wir wohl oft an diesem Abend.

Ich hatte einen Kollegen vor mir, welcher dauernd jemanden suchte. Oder nur neugierig war. Der gute Mann tänzelte vor mir herum wie eine Primaballerina. Kopf links, Kopf rechts, Kopf geradeaus. Ausfallschritt nach rechts, Kopf ganz weit rechts, wieder Ausfallschritt nach links, Kopf dezent nach rechts. Da ich etwas sehen wollte musste ich mich diesem Mann ab einem gewissen Punkt anschließen und ging in seinem Rhythmus mit. Das war so nervig, echt.

Also wagten wir uns näher an die Bühne. Okay, alles klar, geht ab hier. Yeah. Und dann kam mein Freund mit der Mütze und dem Laberwasser. Er stand schräg rechts vor mir und hat mit einem anderen Mann gesabbelt was das Zeug hält. Hey, da stand Barclay James Harvest auf der Bühne. Und er laberte und laberte und laberte. Nicht nur, dass es mich störte und nervte: Nein, es war respektlos den Musikern und den Besuchern gegenüber. Es wäre besser gewesen er hätte sich mit seinem Kollegen auf ein Bier in einer Kneipe getroffen, aber nicht bei einem Konzert. Mittendrin schaute er ein paar Mal Richtung Bühne, aber das so teilnahmslos wie eine Dosen-Makrele in Senfsoße. Null Reaktion bezüglich der Musik. Ich wurde echt wütend und überlegte mehrmals ihn anzusprechen. Aber ich kannte den Typen nicht und hatte etwas Angst wegen seiner Reaktion. Ich wollte das Areal nicht verlassen mit fehlenden Frontzähnen oder so. Dann ging er. Ja, er ging. Danke an den Musik-Gott, er ging. Und kam wieder! Och nee! Und das Gelaber ging weiter.

Mützen-Mann von Wanfried, falls Sie das lesen sollten:

Ihr Benehmen war das Letzte. Es hat uns gestört, es hat das Konzert gestört und es war total daneben. Gehen Sie doch bei soviel Redebedarf mit ihrem Kumpel auf eine Dosen-Makrele in Senfsoße in ein Restaurant/Stehimbiß oder setzen sich mit einem Bier auf eine Parkbank. Aber bleiben Sie Konzerten fern wenn Sie an Musik und Künstlern nicht interessiert sind. Dafür sind Konzerte gedacht: Da geht es um Musik, Feelings, Erinnerungen und den Augenblick.“ ^^

Share

Prädikat: Leider geil! Heavy Metal in Elfis Rockscheune.

(Quelle Bilder: Steffi Werner, Jens Dreier)

Uslar/Vahle Obwohl es durchaus ein paar Leute mehr hätten sein können, ging am vergangenen Samstag in Elfis Rockscheune der Punk ab. Bis spät in die Nacht wurde abgefeiert, der Musik gelauscht und viel erzählt zwischen alten und neuen Bekannten. 

Aber beginnen wir von vorne: „Reminder“ eröffnete den Abend und bereitete die Party-People auf „Against Evil“ quasi vor. Und dann kamen sie um die Ecke: Noble John, Shasank Venkat, Sravan Chakravarthi, Siri Sri und Oliver Rix (er ist an der Seite von Against Evil während der Tour). Es war eigentlich in den ersten Sekunden schon klar, dass die vier jungen Männer unglaublich sympathisch sind. Was sich auch bewahrheitete. So durften die Fotografen Bilder von ihnen machen, man sprach zusammen, und das alles ohne Anflug von Star-Allüren. An diesem Abend war oft unser Schul-Englisch zu hören, selbst ich bekam ein paar hinnehmbare Sätze auf die Kette. Trotz meiner Warnung:

„Oh, my english is terrible“

Weil wir natürlich wissen wollten wie die Tour begann bzw. bis jetzt so lief, ob sich die vier Jungs in Deutschland wohlfühlen usw. Mir ist in Erinnerung geblieben, dass sie den Himmel hier in Deutschland so mögen, er hat andere Farben wie der Himmel in Indien, sagten sie.

Schwupps, wurde aufgebaut nachdem Reminder erfolgreich die Bühne verlassen hatte nach dem einheizen, und Elfis Rockscheune stand ganz im Zeichen von indischem Heavy Metal. Obwohl ich mehr auf der Hardrock-Schiene fahre, kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus und war durchaus positiv überrascht. Die Jungs von Against Evil hatten sofort einen Draht zu der zuhörenden Gemeinde und rissen sie mit. Die ersten CD, Shirts und Autogrammkarten gingen in den Besitz der Besucher über. Was mir sofort auffiel war die Liebenswürdigkeit und die anfängliche Schüchternheit der vier Musiker. 10 Sympathiepunkte für Against Evil. Nach dem Gig mischten sie sich unter die Besucher, tranken ein Bier mit uns und Smalltalk war an der Tagesordnung. Der gesamte Abend war total stressfrei, kein Zoff, keine Randale sondern einfach nur eine extrem gechillte Party mit familiärem Charakter. Das schöne war, dass wir alle bei der ersten Deutschlandtour von Against Evil dabei waren. Vielleicht denkt man daran zurück wenn sie in Zukunft auf noch viel größeren Bühnen/Events stehen werden.

Anmerkung der Redaktion: Bernd „das Tier“ Petsch hat Konkurrenz bekommen: Noble „the Animal“ John 😉

Ein Highlight war auch der Besuch der Biker aus dem Sauerland, welche in Eschershausen zu einem fröhlichen Wochenende bei Familie Johanning eingecheckt hatten. Sie sichteten das Plakat von Elfis Rockscheune, sind in ein Taxi gestiegen und landeten im beschaulichen Vahle. Diese Biker waren es auch, welche dann die Rockscheune spät in der Nacht mit uns abschlossen und es hier so nett fanden, dass sie wiederkommen wollen. Besser geht`s ja nicht, oder? 😉

Solche Abende bekommt man nur auf die Kette wenn alle mit anpacken, gerade wenn solche Events ohne Eintritt auskommen (müssen). Die Preise für eine Wurst oder eine Hefe-Kaltschale waren mehr als human. Die Gigs von Reminder und Against Evil wurden nicht wegen Profit auf die Beine gestellt, sondern um den Fans einen tollen Abend zu ermöglichen. Eine Seltenheit wie ich finde. Gäbe es Leute wie Elfi, Frank, die Jungs und Familien sowie Freunde und Fans von Reminder und Against Evil nicht, welche im Vorfeld und im Nachgang mit in der Reihe der Helferinnen und Helfer stehen, dann wären solche Veranstaltungen gar nicht zu wuppen.

Und gäbe es hier die Menschen nicht, welche sich an einem Samstagabend auf den Weg Richtung Vahle machen um sich genau solche Sachen anzuschauen bzw. dabei zu sein, dann wäre es hier um einiges trauriger.

Hinweis: Reminder wird bald 40, dann habt ihr die Möglichkeit auch dabei zu sein wenn E-Gitarren und Drums ein kleines Dorf zu einer tollen musikalischen Bühne machen mit total entspanntem Feierfaktor. Für mich mittlerweile ein Geheimtipp und Muss im Uslarer Veranstaltungskalender.

Keep on rocking und thanks für diesen fantastischen Abend.

@Jens Dreier

 

Share