„Ich sehe Dich nicht, also bist Du nicht da.“

(Quelle Bild: Pixabay/ivanogood)

Wir kennen sicherlich alle die Situation, dass

a) wir Menschen sehen, denen wir lieber nicht begegnen wollten/möchten oder

b) Menschen uns sehen, die uns lieber nicht begegnet wären/begegnen wollten.

Fangen wir bei b an, also bei den Menschen welche eine Krise bekommen wenn sie Dich oder mich oder sie oder ihn sehen. Das ist alles im grünen Bereich, man kann nicht mit allen peoples of the world können. Dann ignoriert man sich gekonnt, schleicht aneinander vorbei.

Was mich teilweise so nachdenklich stimmt sind Leute, die mich vor relativ kurzer Zeit noch mit High five begrüßten, und urplötzlich durch mich hindurch schauen. Als hätte ich den Mantel der Unsichtbarkeit an. Wie in Trance wandeln die. Oder wie unter Hypnose. Ich könnte ein Martinshorn auf dem Kopp haben in dem grellsten Blauton on earth, mit dem lautesten Signalton on earth, aber die sehen und hören mich einfach nicht. Als wäre ein kurzzeitige Blind- und Taubheit eingetreten plus Amnesie. So wandeln sie an mir vorbei.

Kommen wir zu Punkt a, wir begegnen Menschen wo man denkt:

Ach Herrje, die/der hat mir gerade noch gefehlt.“

Das ist jetzt nicht so meine Königsdisziplin, ich breche mir beim ignorieren oft total einen ab. Läuft mir so jemand plötzlich über den Weg, dann erschrecke ich mich volles Brett. Das merkt die/der andere meist. Dann finde mal den Übergang zum ignorieren. Ein Ding der Unmöglichkeit. Zumindest bei mir.

Befinde ich mich in einer solchen Situation, dann habe ich das Gefühl meine Haarspitzen zünden Wunderkerzen mit anschließendem 5-minütigem Feuerwerk, meine Kleidung nimmt eine Signalfarbe an, meine Schritte sind bis Kanada zu hören und auf meiner Stirn läuft ein Banner mit dem Text:

Ich sehe Dich nicht, also bist Du nicht da. Ich tu mein Bestes so ignoriertechnisch. Verzeih mir die verkackte Nummer. Sooorryyyy.“

Ein sehr guter Freund, wir haben uns eine Zeit lang ignoriert wie der Teufel die arme Seele, hat mich mal auf einen meiner „Ignorier-Momente“ angesprochen. Sein Wortlaut war in etwa:

Es ist natürlich überhaupt nicht aufgefallen, dass Du nach der Sichtung meines Autos in Deine Richtung hektisch angefangen hast in Deiner Handtasche zu kramen. Wie eine Bekloppte hast Du in Deiner Handtasche gekramt und Dein Handy raus geholt um so zu tun, als hättest Du gerade einen Anruf erhalten oder eine SMS oder ein Liebesgeständnis in einer Single-Börse. Man hat aber auf 20 Meter gesehen, dass Du das Handy falsch herum gehalten hast, Dein Kopp hat geleuchtet wie ein Feuermelder und als ich an Dir vorbei war, verschwand das wichtige Handy in der Manteltasche und Du bist um die nächste Ecke gerannt wie bei den Bundesjugendspielen 1981. Nur ohne Staffelstab und Turnanzug.“

Und weiß Gott, er hatte so Recht.

Ignorieren muss gekonnt sein. Ich kann es dann auch … nicht. ^^

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Das ist die perfekte (Hitze-) Welle.

(Quelle Bild: Pixabay/Conmongt)

„Es wird 5 Minuten später, ich sitze noch schnell `ne Hitzewelle aus!“

Das waren so ungefähr die Worte meiner Freundin, als wir uns vor wenigen Wochen verabredet hatten. Und wenn es eine versteht, dann ich. Auf die 50 zugehend und vom hormonellen Supergau bzw. den Wechseljahren gebeutelt, surfen wir gerade auf derselben Welle: Der Hitzewelle.

Wir sind selten zusammen unterwegs. Aber wenn, dann glänzt eine im Gesicht hin und wieder wie Affenarsch. Oder wischt sich mit irgendeinem Lappen oder Tuch durchs Gesicht. Oder stöhnt:

„Och nee, ey, Attention, Welle rollt an.“

Wir beiden waren am Sonntag auf Achse. Es war ja eh schon eine Affenhitze. Als ich mich dann im Bad restaurierte stand mir der Schweiß während einer Welle so auf der Stirn, dass ich beim eincremen frontal schon abrutschte. Als ich dann der Frisur von hinten den TÜV abnahm, waren die Haare im Nacken schon klitschnass.

Wir saßen kurze Zeit später tiefenentspannt an der Weser bei einem Eiskaffee bzw. einem alkoholfreien Weizen, da rollte meine nächste Welle an. Ich hätte mir am liebsten das alkoholfreie Weizen über die Rübe gekippt, wäre aufgestanden um den anderen Besuchern des Biergartens zu sagen:

„Tach, Werner mein Name. Ich habe gerade eine Hitzewelle. Bitte wählen Sie nicht die 112 wenn ich die nächsten drei Minuten transpiriere wie Sau und meine Gesichtsfarbe ungesund wirkt. Das geht gleich vorbei. Danke und einen schönen Tag noch sowie Glückwunsch an die Männer hier.“

Meine Freundin litt genauso, sie wünschte sich mittendrin auf einem der Jet-Ski mitfahren zu dürfen damit etwas Wind die kleinen, fiesen Schweißperlen für kurze Zeit trocknet.

Diese meine Freundin war es auch die mir erzählte, dass eine Bekannte von ihr ebenfalls „wellig“ unterwegs ist, aber bei dieser sieht man das nicht wenn sie das anrollen ihrer Hitzewelle ankündigt: Kein roter Kopp, kein Schweiß auf der Stirn, kein Griff in die Handtasche nach einem Gästehandtuch. Sie hat wohl eher die „Hitzewelle Deluxe“ abbekommen. Beneidenswert.

Als wir am Sonntag dann wieder im Auto saßen, ich hatte die Klimaanlage bis zum Anschlag aufgedreht, fragte ich sie ob es ihr zu frisch sei. Ihr Kopf schoss herum in einer Schnelligkeit die mir Angst machte. Und dann warf sie mir einen Blick zu, dass mir das Blut in den Adern gefror. Okay, es war ihr nicht zu frisch. Ich brauchte keine Antwort, ich hatte verstanden.

In meiner Handtasche schlummert hin und wieder ein kleiner Waschlappen/Gästehandtuch damit ich schnell reagieren kann wenn sich die Schweißporen wie Schleusen öffnen. Und pfurztrockenes, gut abdeckendes Puder für den Fall, dass das mein Make-up weg fließt, im Gästehandtuch hängt oder man so einen roten Helm hat, dass andere vielleicht auf eine Blutdruckkrise tippen. Pudern wir halt des öfteren nach.

Vor einiger Zeit war ich mit Kolleginnen essen und und den Tag waren meine Wellen auf Krawall gebürstet: Ich hatte kein Tuch dabei und musste auf eine Serviette zurückgreifen. Mir standen die Schweißperlen sonst wo. Sagt die eine Kollegin:

„Das ist mit Dir hier gerade wie bei Loriot und der Nudel, nur dass es bei Dir keine Nudel ist sondern die Fetzen der Serviette. Mal auf der Nase, dann an der Wage, eben noch auf der Stirn und jetzt an der Oberlippe.“

Ich musste selber lachen, wann erinnert man seine Mitmenschon schon an Loriot? ^^

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Rock `n` Roll in Uslar: The Kiss-Tribute-Band aus Groß-Umstadt rockt den Pekermarkt.

(Quelle Bilder: Karsten Thorhauer/Klaus Manns/The Kiss-Tribute-Band)

You wanted the best, you got the best!“

Uslar/ Am 07.09.2019 gibt es im idyllischen Uslar was auf die Ohren: Ullrich Rauch, Ulric Wurschy, Dave Maier und Max Friedrich (The Kiss-Tribute-Band) machen sich Anfang September auf eine knapp 300 km weite Reise nach Uslar. Mit einem geilen Bühnenbild, einer geilen Pyro-Show und geilen Songs im Gepäck. Und ganz wichtig: Sie lassen die Ära von KISS aufleben ab 20 Uhr an diesem Samstagabend auf der Graft.

KISS: Welcher Fan mit Vorliebe für Hardrock kennt sie nicht? Egal wen man nach Songs von KISS fragt, alle trällern sofort „I was Made for Loving You“ mit. Das war auch ein Brett diese Nummer aus dem Jahr 1979, nicht umsonst war genau dieser Song in den Top Ten. Und auch heute noch wird abgefeiert auf diversen Partys wenn diese Nummer aus dem Lautsprecher dröhnt. Wobei die damaligen Musiker von KISS zu diesem Song sehr kontroverse Meinungen hatten.

God gave Rock and Roll to you“ hängt uns aber auch allen im Ohr, oder?

Prägnant ist das optische Markenzeichen dieser Band, die aufgemalte Maskierung: The Demon, the Starchild, the Spaceman, the Catman. Im Jahr 1983 verzichteten KISS auf diese Maskierung und profitierte von dieser Entscheidung. Nicht aber am 07.09. in Uslar.

Die Jungs aus Groß-Umstadt der Kiss-Tribute-Band waren im Jahr 2012 Gewinner des Wettbewerbs „Hessen rockt“. Sieben Jahre später rocken sie nun Niedersachsen. Und greifen eine über 45-jährige Epoche einer der bekanntesten Hardrock-Bands aus New York auf. KISS ist Kult, KISS ist Rock `n` Roll, KISS ist eben KISS.

Gene Simmons, Ace Frehley, Peter Criss und Paul Stanley und einige weitere werden mit Hilfe der Kiss-Tribute-Band präsent sein an diesem Abend. Und mit ihnen eine Musik, welche viele von uns durch ihre/seine Jugend begleitet hat und noch heute begleitet. So hat dieser Abend am 07.09. auch einen kleinen historischen Charakter.

Wusstet ihr eigentlich, dass zum ersten Konzert der Original Kiss-Truppe nur 3 Gäste kamen? Nee? Ich auch nicht!

Auszug Wikipedia, guckst Du:

<<Am 30. Januar 1973 vor drei zahlenden Zuschauern im Popcorn Club im New Yorker Stadtteil Queens.>>

Zu Uslar und Queens finde ich jetzt so keinen Übergang und kann nur raten:

Auf zum Pekermarkt Uslar an die Graft am Samstag dem 07.09.2019. Kein Eintritt, eine heimelige Kleinstadt, der bekannte Pekermarkt, tolle Musik, noch tollere Leute und eben DIE Kiss-Tribute-Band. ^^

Info:

Wann: Samstag, 07.09.2019 ab 20 Uhr

Wo: An der Graft/Graftplatz Uslar beim Pekermarkt

Eintritt: Kein Eintritt

Weblinks:

Pekermarkt Uslar 2019

Kiss Tribute Band

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Von einem super tollen Konzert, lustigen Toilettenwagen und ätzenden Besuchern.

(Quelle Bild: Pixabay/Kaffee)

Ich hatte einige Bands/Interpreten auf meiner Wunschliste, welche ich gerade in der letzten Zeit endlich besuchen durfte. Roger Hodgson hat mich im letzten Jahr so berührt, das Konzert war echt der Hammer. Vor knapp 2 Wochen war dann Barclay James Harvest auf dem Programm. Diese Musik hat mich gerade in den 80er Jahren begleitet. Für meine Begeisterung diese Musik betreffend war meine „große“ Schwester verantwortlich.

Sie stieg am 03.08. in ihr Auto in der Nähe von Augsburg, ich stieg am 03.08. in einen Zug in Uslar und wir trafen uns in Eschwege, in der Nähe des Veranstaltungsortes der Konzerte von Karat und Barclay James Harvest. Es war Open Air am Wanfrieder Hafen, meine Schwester hatte an diesem Tag Geburtstag und irgendwie passte alles.

Im Vorfeld bekamen wir mehr durch Zufall den Soundcheck mit, lernten den Sicherheitsdienst kennen (welche Barclay echt nicht kannten) und dieser Tag startete unter einem guten Stern. Und meine artige Schwester so zur Security:

Hallo?!? Wir müssen durch, man erwartet uns auf der Bühne.“

Ich kannte sie so frech gar nicht. Der Plan ging auch nicht auf, aber Versuch macht klug. 😉

Wir machten uns abends auf zum Konzert, knapp 2.200 Besucher und ein total idyllisches Areal.

Als Karat (welche auch richtig geil waren) die Bühne an Barclay übergaben, rammelten wir noch schnell zur Toilette. Schnell jetzt nicht so, die Damen und Herren standen in 4 Reihen an, und das schätzungsweise auf 15 bis 20 Metern. Das verzweifelt man fast. Ich wollte den ersten Song nicht verpassen und die ersten Töne neben Pullergeräuschen hören. Das hätte mein Weltbild zerstört. Man wartete artig, hasste den Harndrang aller Beteiligten und den eigenen, lachte sich kurz schlapp weil von hinten einer rief:

„Macht mal hinne da vorne“

und rannte in einem Affenzahn nach knapp 20 Minuten wieder auf das Gelände.

Für mich ist Barclay ein Meilenstein in der Musikgeschichte, ich verbinde mit deren Musik so viele Erinnerungen. Meine Schwester auch, versteht sich von selbst.

Nun meinen ja viele, dass es gerade bei einem Konzert als Vorteil gilt wenn man groß ist, Klar, genau das tut es auch. Aber: Man achtet als großer Mensch auch darauf, dass man kleineren Menschen nicht die Sicht versperrt. Das taten wir wohl oft an diesem Abend.

Ich hatte einen Kollegen vor mir, welcher dauernd jemanden suchte. Oder nur neugierig war. Der gute Mann tänzelte vor mir herum wie eine Primaballerina. Kopf links, Kopf rechts, Kopf geradeaus. Ausfallschritt nach rechts, Kopf ganz weit rechts, wieder Ausfallschritt nach links, Kopf dezent nach rechts. Da ich etwas sehen wollte musste ich mich diesem Mann ab einem gewissen Punkt anschließen und ging in seinem Rhythmus mit. Das war so nervig, echt.

Also wagten wir uns näher an die Bühne. Okay, alles klar, geht ab hier. Yeah. Und dann kam mein Freund mit der Mütze und dem Laberwasser. Er stand schräg rechts vor mir und hat mit einem anderen Mann gesabbelt was das Zeug hält. Hey, da stand Barclay James Harvest auf der Bühne. Und er laberte und laberte und laberte. Nicht nur, dass es mich störte und nervte: Nein, es war respektlos den Musikern und den Besuchern gegenüber. Es wäre besser gewesen er hätte sich mit seinem Kollegen auf ein Bier in einer Kneipe getroffen, aber nicht bei einem Konzert. Mittendrin schaute er ein paar Mal Richtung Bühne, aber das so teilnahmslos wie eine Dosen-Makrele in Senfsoße. Null Reaktion bezüglich der Musik. Ich wurde echt wütend und überlegte mehrmals ihn anzusprechen. Aber ich kannte den Typen nicht und hatte etwas Angst wegen seiner Reaktion. Ich wollte das Areal nicht verlassen mit fehlenden Frontzähnen oder so. Dann ging er. Ja, er ging. Danke an den Musik-Gott, er ging. Und kam wieder! Och nee! Und das Gelaber ging weiter.

Mützen-Mann von Wanfried, falls Sie das lesen sollten:

Ihr Benehmen war das Letzte. Es hat uns gestört, es hat das Konzert gestört und es war total daneben. Gehen Sie doch bei soviel Redebedarf mit ihrem Kumpel auf eine Dosen-Makrele in Senfsoße in ein Restaurant/Stehimbiß oder setzen sich mit einem Bier auf eine Parkbank. Aber bleiben Sie Konzerten fern wenn Sie an Musik und Künstlern nicht interessiert sind. Dafür sind Konzerte gedacht: Da geht es um Musik, Feelings, Erinnerungen und den Augenblick.“ ^^

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Prädikat: Leider geil! Heavy Metal in Elfis Rockscheune.

(Quelle Bilder: Steffi Werner, Jens Dreier)

Uslar/Vahle Obwohl es durchaus ein paar Leute mehr hätten sein können, ging am vergangenen Samstag in Elfis Rockscheune der Punk ab. Bis spät in die Nacht wurde abgefeiert, der Musik gelauscht und viel erzählt zwischen alten und neuen Bekannten. 

Aber beginnen wir von vorne: „Reminder“ eröffnete den Abend und bereitete die Party-People auf „Against Evil“ quasi vor. Und dann kamen sie um die Ecke: Noble John, Shasank Venkat, Sravan Chakravarthi, Siri Sri und Oliver Rix (er ist an der Seite von Against Evil während der Tour). Es war eigentlich in den ersten Sekunden schon klar, dass die vier jungen Männer unglaublich sympathisch sind. Was sich auch bewahrheitete. So durften die Fotografen Bilder von ihnen machen, man sprach zusammen, und das alles ohne Anflug von Star-Allüren. An diesem Abend war oft unser Schul-Englisch zu hören, selbst ich bekam ein paar hinnehmbare Sätze auf die Kette. Trotz meiner Warnung:

„Oh, my english is terrible“

Weil wir natürlich wissen wollten wie die Tour begann bzw. bis jetzt so lief, ob sich die vier Jungs in Deutschland wohlfühlen usw. Mir ist in Erinnerung geblieben, dass sie den Himmel hier in Deutschland so mögen, er hat andere Farben wie der Himmel in Indien, sagten sie.

Schwupps, wurde aufgebaut nachdem Reminder erfolgreich die Bühne verlassen hatte nach dem einheizen, und Elfis Rockscheune stand ganz im Zeichen von indischem Heavy Metal. Obwohl ich mehr auf der Hardrock-Schiene fahre, kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus und war durchaus positiv überrascht. Die Jungs von Against Evil hatten sofort einen Draht zu der zuhörenden Gemeinde und rissen sie mit. Die ersten CD, Shirts und Autogrammkarten gingen in den Besitz der Besucher über. Was mir sofort auffiel war die Liebenswürdigkeit und die anfängliche Schüchternheit der vier Musiker. 10 Sympathiepunkte für Against Evil. Nach dem Gig mischten sie sich unter die Besucher, tranken ein Bier mit uns und Smalltalk war an der Tagesordnung. Der gesamte Abend war total stressfrei, kein Zoff, keine Randale sondern einfach nur eine extrem gechillte Party mit familiärem Charakter. Das schöne war, dass wir alle bei der ersten Deutschlandtour von Against Evil dabei waren. Vielleicht denkt man daran zurück wenn sie in Zukunft auf noch viel größeren Bühnen/Events stehen werden.

Anmerkung der Redaktion: Bernd „das Tier“ Petsch hat Konkurrenz bekommen: Noble „the Animal“ John 😉

Ein Highlight war auch der Besuch der Biker aus dem Sauerland, welche in Eschershausen zu einem fröhlichen Wochenende bei Familie Johanning eingecheckt hatten. Sie sichteten das Plakat von Elfis Rockscheune, sind in ein Taxi gestiegen und landeten im beschaulichen Vahle. Diese Biker waren es auch, welche dann die Rockscheune spät in der Nacht mit uns abschlossen und es hier so nett fanden, dass sie wiederkommen wollen. Besser geht`s ja nicht, oder? 😉

Solche Abende bekommt man nur auf die Kette wenn alle mit anpacken, gerade wenn solche Events ohne Eintritt auskommen (müssen). Die Preise für eine Wurst oder eine Hefe-Kaltschale waren mehr als human. Die Gigs von Reminder und Against Evil wurden nicht wegen Profit auf die Beine gestellt, sondern um den Fans einen tollen Abend zu ermöglichen. Eine Seltenheit wie ich finde. Gäbe es Leute wie Elfi, Frank, die Jungs und Familien sowie Freunde und Fans von Reminder und Against Evil nicht, welche im Vorfeld und im Nachgang mit in der Reihe der Helferinnen und Helfer stehen, dann wären solche Veranstaltungen gar nicht zu wuppen.

Und gäbe es hier die Menschen nicht, welche sich an einem Samstagabend auf den Weg Richtung Vahle machen um sich genau solche Sachen anzuschauen bzw. dabei zu sein, dann wäre es hier um einiges trauriger.

Hinweis: Reminder wird bald 40, dann habt ihr die Möglichkeit auch dabei zu sein wenn E-Gitarren und Drums ein kleines Dorf zu einer tollen musikalischen Bühne machen mit total entspanntem Feierfaktor. Für mich mittlerweile ein Geheimtipp und Muss im Uslarer Veranstaltungskalender.

Keep on rocking und thanks für diesen fantastischen Abend.

@Jens Dreier

 

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Indischer Heavy Metal-Sound in Vahle: Da legst di nieder!

(Quelle Bilder: Reminder/Against Evil/Steffi Werner)

„United we stand“ oder „Projekt Curry“: Heavy Metal-Fans uffjepasst.

Es passieren manchmal Dinge die so außergewöhnlich sind, dass sie unbedingt erwähnt werden sollten. Und es sei an dieser Stelle gesagt, dass soziale Netzwerke für viele Dinge ein Segen sind. Wie für folgende Story:

Eine indische Heavy Metal Band aus Visakhapatnam, sie nennen sich „Against Evil“, machten sich unter den Fans der etwas härteren musikalischen Gangart einen Namen. Ein Hardcore-Fan, der Maddin Schachtvier, legte sich ins Zeug für diese Truppe und empfahl sie weiter. Das hörten zwei Labelchefs und nahmen die Spur auf. So gewann die Sache eine total geile Eigendynamik.

Nun sitzen die Jungs von Against Evil knapp 7400 km von uns entfernt. Was denn nun? Wie bekommt man diese nach Germany? Kein Thema, die Fans der härteren musikalischen Gangart zeigten Eigeninitiative und organisierten mal eben so nebenbei Auftritte in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Und schwupps, war die „SENTENCED TO DEATH TOUR 2019“ geboren.

So weit, so gut, aber wie stemmt man all das euronentechnisch? Da kommen dann wieder die Fans der härteren musikalischen Gangart ins Spiel, denn diese kloppten ihre Lieblings-CD und Lieblings-LP unter das Volk und sammelten so Kohle, damit die Jungs aus Indien hier ihre Gigs geben können. Auch diese leben nicht nur von Luft, Liebe und Heavy Metal, Übernachtungen und die Organisation etc. müssen finanziell abgedeckt werden. Und, na klar, durch helfende Hände egal welchen Bereich betreffend um das „Projekt Curry“ steil gehen zu lassen.

Bernd Petsch, vielen Uslarern bekannt und Erfinder des Wortes „Hartwurstfraktion“ ist mit am Start und hat es echt geschafft, dass „Against Evil“ in Elfis Rockscheune in Vahle am 10. August auf den Brettern stehen werden, welche die (Heavy Metal-) Welt bedeuten. Bernd quält das Schlagzeug für „Reminder“, welche am 10. August ebenfalls in die Tasten/Saiten/Drums hauen. Im übrigen erinnert mich Bernd übelst an „Tier“ aus der Muppet Show, die beiden gehen ähnlich ab. Solltet ihr euch mal anschauen.

In diesem Jahr geben nicht nur Bernd Petsch, Christoph Vogt und Frank Schormann Vollgas, sondern auch Noble John, Shasank Venkat, Sravan Chakravarthi und Siri Sri. Letztere haben übrigens schon den Radio City Freedom Awards in der Kategorie „Best Metal Artist“ abgeräumt.

Ein Schmankerl für Fans der härteren musikalischen Gangart.

Lasst euch diesen geilen Abend nicht entgehen bei Bratwurst, Sensenbräu und Heavy Metal uppn Dorpe.

Last but not least: Der Eintritt ist frei.

Weitersagen. ^^

Wann: Samstag, 10.08.19 ab 19 Uhr

Wo: Elfis Rockscheune, Steinbergstr. 32, 37170 Uslar-Vahle

Eintritt: Nüschte

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Vom frühen Vogel und Nudeln um 10.30 Uhr.

(Quelle Bild: Steffi Werner)

Ich muss zugeben, dass ich mir an den Wochenenden nie einen Wecker stelle. Samstags und sonntags wird ausgeschlafen. So lange, bis ich von alleine aufwache oder durch die immer früh aufstehenden Nachbarn, welche geräuschtechnisch dann nicht so zimperlich sind. Es wird mir immer ein Rätsel sein wie man um 7.30 Uhr schon für den Weltfrieden die Bude saugen kann.

Heute war es dann aber anders: Ich hatte um 8.15 Uhr schon einen Termin und bin so gegen 6.30 Uhr aus der Kiste gekrabbelt. Wollte ich zumindest. Nach mehrmaligem Snooze war es dann 7 Uhr weil ich gerade die perfekte Schlafposition gefunden hatte. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern wann ich das letzte Mal an einem Samstag um diese Uhrzeit aufgestanden bin. Jedenfalls bin ich gegen 8 Uhr dann hier Richtung Innenstadt gelaufen. Es hatte etwas genieselt und war auch recht frisch, aber ich habe so richtig tief durchgeatmet. Regenluft ist ein toller Duft, die Luft ist dann so klar irgendwie. Ich war dann doch erstaunt wie viele Autos schon unterwegs waren, hin und wieder auch ein paar Leutchen. Mir schoß durch den Kopf dass meine Freunde, hätten sie mich um diese Uhrzeit zu Fuß gesehen, an ihrem Verstand gezweifelt hätten. Oder sich Sorgen gemacht.

„Hä? Steffi samstags um 8 Uhr ohne Auto unterwegs? Was ist da los?“

Normalerweise gehe ich um diese Uhrzeit an wenigen Wochenenden von Events nach Hause mit meiner Handtasche schleudernd. Ich habe in die Richtung gehend echt Durchhaltevermögen 😉

Jedenfalls habe ich dann heute Morgen seit langer Zeit die Momente genossen wenn eine Kleinstadt erwacht. Wenige Geschäfte hatte schon geöffnet, einige waren gerade dabei. Der Obstmann stellte seine Äpfel vor die Tür, die Buchhandlung kramte die Deko auf den Bürgersteig, vor einem Lokal waren die Stühle und Tische noch angekettet und verregnet. Innen wurde gerade bei geöffnetem Fenster durch gesaugt. Ich hatte noch kurz überlegt ein paar Brötchen zu holen, aber in unserer Innenstadt gibt es keinen Bäcker mehr. Als mir dann der Gedanke kam von der Tankstelle welche mitzunehmen, hatte ich schon an Geschwindigkeit zulegt weil ich viel zu viel Kaffee getrunken hatte und eiligst nach Hause wollte. An der „Tanke“ war soviel los. Also bin ich den Berg wieder hoch gekrabbelt und habe bitter bereut, dass ich mein Smartphone nicht dabei hatte um ein paar Bilder zu machen von einer erwachenden Kleinstadt. Hätte ich nicht diese Unmengen an Kaffee getrunken, dann wäre ich sicherlich noch ohne Ziel hier durch die Straßen gelaufen.

Mir war nicht mehr bewusst wie ruhig es an einem Samstag um 8 Uhr eigentlich ist. Und wie gut mir dieser kleine, frühe Ausflug tat.

Sicherlich nehme ich mir jetzt vor des öfteren so früh aus der Schlafmolle zu klettern, und sicherlich drehe ich mich dann um 7 Uhr noch 18x um weil ich so müde und platt bin sowie gerade die perfekte Schlafpostion gefunden habe. Ich kenne mich. Es sei denn, ich lege meine Termine samstags in Zukunft immer auf die frühen Morgenstunden.

Sonntags kann ich keine Termine machen um 8 Uhr. Muss ich mir in die Richtung etwas anderes überlegen.

Nachteil dieses frühen Ausfluges: Es ist 10.20 Uhr und ich habe schon zwei Teller Mittagessen von gestern aus den Töpfen gekratzt. Und heute Abend stehe ich dann plärrend vor dem Spiegel weil die Bluse am Pansen so spannt. Aber okay, irgendwas ist ja immer und Nudeln gegen 10.30 Uhr schmecken auch. ^^

Euch/Ihnen trotz dem grauen Himmel ein schönes Wochenende.

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Die 3. Nacht der 1000 Lichter im Bodenfelder Freibad

(Quelle Bilder: Förderverein Freibad Bodenfelde)

Bodenfelde/ Wenn am Samstag, 27. Juli ab 19 Uhr das Freibad Bodenfelde seine Pforten öffnet, dann ist ist sie wieder da:

Die 3. Nacht der 1000 Lichter in Bodenfelde.


Nach 2-jähriger Pause wird der Förderverein des Bodenfelder Freibades den Gästen wieder die Möglichkeit bieten an einem hoffentlich lauen Sommerabend noch ein paar Bahnen zu ziehen. Inmitten einer Kulisse aus Knicklichtern, Kerzen und Scheinwerfern. Das Freibad schillert an diesem Abend in den buntesten Farben. Bis genau 1 Uhr in der Nacht darf geschwommen werden oder in einem Affenzahn ins kühle Nass gerutscht.

Die Besucherinnen und Besucher haben zudem die Möglichkeit leckere Cocktails zu genießen. Oder auch ein Wasser. Oder Bier. Oder andere diverse Getränke. Gegen den kleinen Hunger in diesem Jahr im Angebot Leberkäse, Kasseler im Brötchen und natürlich die bekannten, sagenumwobenen BFP – die Bodenfelder Freibad-Pommes.“
Umrahmt wird der Abend/die Nacht musiktechnisch von den Jungs, welche hier in die Region gehören wie die Weser oder der Sollingturm: Daniel und Mario Knops. So kann vor oder während oder nach dem Schwimmen ein kleines Tänzchen gewagt werden. Das Freibad Bodenfelde lädt mit seinem weitläufigen Gelände und der großen Terrasse zu all dem ein.

So wird jeder Gast für sich entscheiden ob es eine Runde in die Becken geht oder doch gleich zum Tanzen auf die Wiese oder gepflegt an die Bar. Flexibel sein ist alles. ^^

Mehr zum Freibad hier: Freibad Bodenfelde bei Facebook

Wo: Bodenfelde, Nienoverer Weg 25, 37194 Bodenfelde
Datum: Samstag, 27.07.2019
Uhrzeit: 19 Uhr bis Open End
Eintritt: 6 Euro

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Das Ende der Geschichte von einem Vater und seinen drei Töchtern.

(Quelle Bild: Steffi Werner)

Als das Drama um meinen/unseren Vater im April begann ahnte ich schon, dass es kein gutes Ende nehmen wird. Trotz hoffnungsvollen Momenten. Für mich fing zu diesem Zeitpunkt schon das Abschiednehmen an. Stück für Stück. Tag für Tag.

Trotzdem dachte ich, mir reißt es den Boden unter den Füßen weg als mein Telefon klingelte und man mir sagte, dass mein Vater  eingeschlafen sei. Da er zuletzt in der Klinik lag in der ich arbeite, war ich in ein paar Minuten bei ihm und sah seinen friedlichen Gesichtsausdruck. Das beruhigte mich sehr. Denn für ihn waren die letzten Wochen die übelste Quälerei. Er war sehr krank, er war alt, er hatte so wenig Perspektiven auf einen akzeptablen und würdevollen Lebensabend. Der Gedanke, dass er blind, schlecht hörend, verwirrt und am Oberkörper gelähmt in einem Pflegeheim vor sich hin vegetiert in seinem Rollstuhl, hat mich manchmal um den Verstand gebracht. Wie gut, dass er das nicht mehr erleben musste.

Mein Vater und ich waren wie Feuer und Eis. Welche Kämpfe haben wir miteinander ausgefochten, wie oft Streitigkeiten erlebt, stellenweise haben wir uns ignoriert, auch verletzt oder sind uns aus dem Weg gegangen. Wir waren zwei typische „Werner“, beide Dickschädel und beide nicht einfach. Kam es aber hart auf hart, dann standen wir beide oft in einer Reihe. Ich erinnere mich daran, dass er sauer auf mich sein konnte wie er wollte: Stieg mir aber das Wasser bis zum Hals, dann war er fast immer für mich da.

Wie stolz war er als der erste männliche „kleine Werner“ auf die Welt kam: Mein Sohn. Der Kurze und sein Opa waren ein Team. Mein Vater hatte für ihn extra einen Balkon an das Haus gebaut im Jahr 1998, damit der Kurze an der frischen Luft seinen Mittagsschlaf im Kinderwagen halten konnte.

Als ich im Herbst 2017 meinen Job wechselte von Klinik A zu Klinik B, ahnte ich nicht wofür genau das gut sein sollte. Kaum hatte ich dort angefangen, kam mein Vater mit immer neuen Diagnosen zu uns. Das war genau die Zeit in der wir beide uns zusammenrauften. Ohne große Worte.

Für diese letzten 1,5 Jahre mit ihm bin ich so dankbar.

Dankbar bin ich auch für seine Worte an uns drei Töchter gerichtet an einem seiner letzten Tage. Es tat im Hinblick darauf, dass er nicht mehr viel Zeit hat, so gut. Es fühlte sich an wie ein Segen von ihm und macht für mich heute die Trauer und die Gedanken an die Vergangenheit erträglicher. 

Ich habe ihn oft im Stich gelassen wenn er meine Hilfe dringend gebraucht hätte. Was an unserem zerrütteten Verhältnis lag. Auch wenn es zu spät war und ich im Nachhinein an den Situationen damals nichts mehr ändert kann, konnte ich mich dafür noch bei ihm entschuldigen. Ob er meine Worte hörte weiß ich nicht. Aber es tat mir gut sie auszusprechen. Das schlechte Gewissen allerdings bleibt.

Am Tag seiner Beerdigung war so viel los. Die Vögel auf dem Friedhof sangen in einer Lautstärke, dass wir im ersten Moment irritiert waren. Das ging so die ganze Trauerfeier über. Wir dachten es war ein Teil der Hintergrundmusik, welche die Beisetzung untermalte und vielleicht etwas zu laut eingestellt war. Dem war aber nicht so.

Gegen Abend kamen heftige Gewitter auf. Der Himmel bot Wolkenbilder in einer Intensität wie sie lange nicht zu sehen waren. Ich habe ein Foto nach dem nächsten gemacht (Wolkenbilder fotografieren ist eine Art Hobby von mir). Drei der Bilder hatte ich als Wetterbild bei einem Radio-/Fernsehsender eingereicht. Die Geschichte hinter diesen Bildern kannte nur ich. Bislang hatte es keine Aufnahme von mir bis zur Ausstrahlung geschafft welche ich in den letzten Monaten gemacht hatte. Und das waren viele. Sehr viele. Doch ein Wolkenbild von diesem Tag wurde dann ausgewählt und war am Abend kurz in einem regionalen Nachrichtenmagazin zu sehen. Dass es genau dieses Bild war von diesem Tag, lässt mich bis heute verwundert zurück.

In den letzten Tagen fand ich den Gedanke tröstlich zu wissen, dass mein Vater nun bei meiner Mutter ist. Er hat sie sehr vermisst. Diese Tatsache macht die Trauer auch ein Stück weit erträglicher. 

Wie gerne schaue ich mir Bilder von ihm an. Heute mit einem ganz anderen Gefühl wie vor 2 Jahren noch. Bei den alten Fotos denke ich immer wieder:

„Was war er für ein hübscher Mann.“

Auf den alten Fotos mit seinen Enkelkindern kann man seinen Stolz auf sie und seine Liebe zu ihnen fast spüren.

Wie stolz bin ich heute auf ihn, dass er seinen letzten und harten Weg mit so viel Kampfgeist und Durchhaltevermögen gegangen ist.

Wie traurig bin ich allerdings auch, dass er alleine war beim Sterben. Ich saß knapp 100 Meter weiter und habe nicht geahnt was sich an diesem Vormittag bei ihm abspielte. Aber vielleicht wollte er auch alleine sein in diesem Moment. An dieser Tatsache werde ich noch ein wenig zu knabbern haben.

Wir drei Töchter haben total unterschiedliche Erinnerungen an ihn. Ich fand es beinahe spannend als meine ältere Schwester ihn beschrieb und ich nur dachte:

„Von wem spricht sie denn da?“

Bei meinen Erinnerungen an ihn wird es meinen Schwestern nicht anders gehen. 

Auch wenn man noch 1000 wirre und traurige Gedanken im Kopf hat und sich recht langsam an die Tatsache gewöhnt, dass die Eltern nicht mehr da sind, kann ich wieder lachen und vielen Dingen etwas positives abgewinnen. Es muss und wird weitergehen.

Und so endet die Geschichte von einem Vater und seinen drei Töchtern.

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Von dem Willen und Kampfgeist eines Vaters.

(Quelle Bild: Pixabay/TheDigitalArtist)

Irgendwo in diesem Land liegt jetzt ein Vater in einem Krankenbett auf einer Intensivstation, der in den letzten Wochen für Tiefschläge und Höhenflüge sorgte, die für seine Familie kaum zu verstehen und begreifen sind.

Aber beginnen wir von vorne:

Ein Ehemann verlor vor vielen Jahren seine Ehefrau, und einige Zeit später sein Augenlicht. Ein Mann der viel von der Welt gesehen hatte, musste sich im hohen Alter der Blindheit stellen. Das war hart! Und verlangte ihm sowie seiner Familie (3 Töchter) viel ab. Dieser Vater wohnte noch immer in seinem Elternhaus bis zu seinem 80. Lebensjahr, die Versorgung klappte. Für alles war gesorgt. Trotz einiger Probleme/Hürden immer wieder.

Gesundheitliche Probleme kamen hinzu, dieser Vater musste in immer kürzeren Intervallen ins Krankenhaus. Und er fand sich dort nicht zurecht. Weil er blind war. Das machte ihm Angst und stresste ihn.

Nach einer Odyssee zwischen Krankenhaus I und Krankenhaus II auf direktem Wege entwickelte er nach seiner Entlassung ein Durchgangssyndrom, ein Delir. So vermutete man. Er war nicht mehr Herr seiner Sinne. Diese Tatsache brachte ihn in Krankenhaus Nummer III und es wurde klar, dass er zu Hause mit diesem Krankheitsbild nicht mehr adäquat versorgt werden kann. Für die drei Töchter war es die Hölle den sonst so sortierten Vater so verwirrt zu sehen.

So entschlossen sich seine drei Töchter schweren Herzens für eine Heimunterbringung, es wäre nicht möglich sich 24 Stunden um ihn zu kümmern bzw. auf ihn aufzupassen. Denn er brachte sich durch das Delir sehr oft in gefährliche Situationen. 

Dort lebte er nicht mal zwei Wochen bis er stürzte. Und er brach sich einen Halswirbel. Nach einer Notoperation stellt sich heraus, dass er seine Beine wieder bewegen kann. Aber nicht seinen Oberkörper. Zudem konnte er nicht mehr schlucken, Essen und Trinken waren ihm nicht mehr möglich. Er musste sehr oft abgesaugt werden. Eine Tortur für Betroffene.

Seine Beine halfen ihm aber seit einiger Zeit schon nicht mehr, er saß im Rollstuhl. Seine Arme und Finger hingegen waren wichtig für ihn. Er konnte noch ein Brot halten und sein Saftglas im Pflegeheim. Sich kratzen wenn es ihn juckte. Und plötzlich ist diese Option Geschichte. Die drei Töchter fragten sich, welche Lebensqualität er in dieser Situation noch haben wird wenn man das Gesamtbild betrachtet. 

Dieser Vater lag nach der Operation intubiert auf einer Intensivstation inmitten von Gerätschaften, Monitoren und Schläuchen. Er entwickelte Kampfgeist und konnte recht schnell ohne Atemunterstützung leben. Er atmete wie ein 20-jähriger, so die Aussage einer Intensivschwester. Man entschloss sich zu einer Rehabilitation in naher Zukunft, denn die Chancen standen gut, dass er die Lähmung im Oberkörper und die Probleme beim Schlucken wieder besiegen kann mit therapeutischer Unterstützung. Wenn sein Gesundheitszustand stabil ist und stabil bleibt.

Eine Verlegung in eine Rehaklinik war geplant. Und während den Vorbereitungen für diese Verlegung kommt es zu einer Situation, welche eine Reanimation (Wiederbelebung) nötig machte. Sein Herz wollte nicht mehr schlagen. Die Wiederbelebung war erfolgreich, der Vater kam ins Leben zurück, wurde nochmals intubiert und brauchte diesmal Atemunterstützung. Es sah nicht gut aus. Seine drei Töchter saßen verzweifelt zu Hause und planten die Fahrten in die Klinik. Kurioserweise standen die Autos aller drei Töchter zeitgleich in Werkstätten wegen diverser Probleme. Keine war mobil in der aktuellen Situation.

Das Drama wurde vorerst per Telefon besprochen was die weitere Vorgehensweise betraf. Untereinander und mit den Ärzten.

Die Autos waren repariert und fahrbereit, und die drei Töchter machten sind auf den Weg Richtung Klinik. Die Prognose war düster. Der Vater entschied letztendlich wie es weiterging durch seine Verfassung und der Reaktion seines Körpers.

An einem Samstag in den Vormittagsstunden, die Sonne schien und der Himmel strahlte, war ein Gespräch mit der behandelnden Ärztin geplant. Die drei Töchter eilten aus allen Himmelsrichtungen in die Klinik. Es fühlte sich für sie an wie ein Tag des Abschiedes. Die erstgeborene Enkeltochter war auch zu ihrem Opa gekommen. Sie nahm eine lange Reise auf sich. Sie konnte sich nicht von ihrer Oma verabschieden und wollte es nun bei ihrem Opa dürfen.

Eine Tochter summte auf dem Weg zur Klinik die Lieder im Radio mit, wahrscheinlich um sich zu beruhigen.

Von der anderen Tochter hört man gar nichts, sie war ganz still, sie funktioniert einfach nur noch.

Die dritte Tochter hat mit Kreislaufproblemen zu kämpfen, es dauerte bis sie den Gang in die Klinik antreten konnte.

Es wurde mit der behandelnden Ärztin abgesprochen, dass der Vater keine lebenserhaltenden Maßnahmen mehr erhält. Das war sein Wunsch. Die Beatmung sollte abgeschaltet werden um zu sehen ob er noch alleine atmen kann. Man musste schauen wie er für sich entschied. Innerlich hatten sich alle auf einen Abschied eingestellt. Diese Momente waren eine Qual.

Als die drei Töchter an sein Bett traten mit den schlimmsten Befürchtungen und voller Angst, sahen sie folgendes: Er atmete! Er atmete alleine und erzählte. Leise und kaum hörbar, aber er erzählte.

Während die eine Tochter all das nicht mehr wechseln konnte und verständlicherweise irgendwann nach Hause fuhr, gingen die anderen beiden Töchter nach Stunden an seinem Bett eine Kleinigkeit Essen. Mal kurz Kraft tanken, durchatmen, sich runter fahren. Als dann beide Töchter wieder zu ihrem Vater kamen sahen sie, dass er die Finger der rechten Hand bewegte. Das war unglaublich! Und er erzählte und erzählte und erzählte.

Er erzählte Dinge, von denen die beiden noch anwesenden Töchter teilweise überwältigt waren. Nämlich seine Sichtweise als Vater auf seine drei Töchter. Seine Worte waren so klar, so sortiert, so ehrlich. Seine Verwirrung aber auch seine klaren Momente wechselten sich ab. Aber da waren sie wieder, seine sortierten Gedanken.

Er hatte Durst, einen riesengroßen Durst, und wünschte sich ein kaltes Bier, einen Rotwein, einen Kaffee, einen Cappuchino und so weiter und so fort.  

Und er rief:

„Hallo. Ich möchte bitte zwei Schnäpse!“

Die Töchter saßen dort und lachten Tränen. Vor Erleichterung. Vor Glück. Auch vor Überforderung und Erschöpfung die letzten Wochen betreffend. Es war ein hoch und runter und auf und ab. Es war alles dabei von Trauer, Verzweiflung, Panik, Freude, Hoffnung, Glücksgefühlen. Das ging an die Substanz und an die Reserven.

Der Vater war zurück und legte erneut einen Kampfgeist an den Tag, den man von ihm nicht erwartet hatte.

Heute bekommt er nach Absprache mit dem Pflegeperson ein alkoholfreies Bier. Damit darf man ihm den Mund etwas befeuchten. Trinken kann er es ja nicht. Er wird es heute kurz schmecken, sein Bier.

Die dramatische Situation, welche gestern um 11 Uhr besprochen wurde, war hinfällig. Er hatte bewiesen, dass er leben möchte.

Aus seinem

„ich kann nicht mehr“

wurde ein

„ich möchte doch nur noch etwas leben“.

Seine drei Töchter sind nun gespannt, was in den nächsten Wochen passieren wird. Und dankbar sowie stolz, dass er so gekämpft hat. Weil sie es in der Intensität von ihm nicht kannten.

So lernten sie ihren Vater in den vergangenen Wochen/Tagen von einer ganz anderen Seite kennen.

Und sie lernten, zu was der Wille eines Menschen in der Lage sein kann.

Jeden weiteren Tag müssen sie allerdings auch lernen, sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen. Denn der Zustand des Vaters ist jeden Tag anders und nicht vorhersehbar.

(Diese Geschichte hat sich genau so zugetragen wie sie geschrieben wurde und ich durfte sie nach Rücksprache auch veröffentlichen).

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