Ich mach die Tür nicht auf!

(Quelle Bild: Pixabay/KatinkavomWolfenmond/free)

Wenn es hier bei uns klingelt, dann kann ich leider nicht sehen wer so klingelt. Nach diversen Erfahrungen, dass plötzlich irgendwelche dubiosen Verkäufer vor meiner Wohnungstür standen, öffne ich entweder die Haustür nicht bzw.  öffne auch nicht die Wohnungstür. Meine Freunde melden sich nämlich immer kurz wenn sie mich besuchen wollen. Die kennen mein Leiden schon 😉

Hier standen auch schon Herren einer Rettungsorganisation vor meiner Butze bei denen ich ein Abo abschließen sollte. Um im Fall der Fälle medizinisch versorgt und abtransportiert zu werden, natürlich nur von denen mit einem mordsmäßigen Mitgliedsbeitrag. Dumm war nur, dass der Typ die ganze Zeit auf meine Uniform starte und wohl selber bemerkte, dass er da bei mir irgendwie an der falschen Adresse war. „Hier werden Sie selber geholfen quasi.“

Vorgestern sah ich schon zwei fremde Personen auf unser Haus zu schleichen mit blauen Westen und Klemmbrett unter dem Arm. Kannte ich nicht. Dann klingelte es auch, aber meine Tür blieb zu.

Kurze Zeit später klingelte es wieder. Und wieder und wieder. Ich versuchte mich hinter der Gardine zu manövrieren und auszuspähen wer mich da besuchen will. Ich sah keinen, hörte aber jemanden brüllen auf dem Parkplatz vor dem Haus.

Werner macht nicht auf“,

„Warum macht da keiner auf?“,

„Bei Werner ist der Briefkasten voll“,

„Meine Katze muss doch irgendwo sein“

und so ein Kram.

Ich hing noch immer hockend hinter der Gardine und beobachtete das Treiben, mir was das irgendwie alles komisch. Und wer ist dieser Werner?

Dummerweise sah mich die neue Nachbarin von nebenan und rief dem Mann, welcher auf dem Parkplatz wild brüllend umher lief zu, dass ich hinter der Gardine stehe. Danke auch. Vielen Dank. Die ist halt neu hier und weiß anscheinend noch nicht wie der Hase hier läuft. Wir verpfeifen uns hier nicht. Jedenfalls nicht so. Also öffnete ich das Fenster und fragte was denn los sei. Ich war angefressen wegen der petzenden Nachbarin, das glaubt mal. Folgendes war passiert: Seine Katze war aus dem Dachlukenfenster abgehauen und nun weg. Und er wollte wissen, ob ich sie gesehen habe bzw. seine Katze irgendwie in meine Wohnung gelangt ist. Oder auf meinen Balkon. Weil hier so viele Fenster bzw. Dachfenster geöffnet waren, da hätte sie rein schleichen können. Es wollte seine Katze unbedingt finden, sie war wohl noch recht jung und er hing an ihr. Das waren aber nicht meine Fenster welche geöffnet waren. Zudem war ich zu diesem Zeitpunkt schon über eine Stunde at home und hätte wohl bemerkt wenn eine Katze in meiner Wohnung ist. Und dann kam der Kracher, nämlich seine Äußerungen über „Werner“ mir gegenüber. Er beschwerte sich nochmals bei mir über den ominösen Werner.  Als ich äußerte, dass ich Werner bin, war mal kurz betretenes Schweigen. Warum der in meinen Briefkasten schaute weiß ich nicht, wahrscheinlich suchte er die Katze.

So, die Diskussion war beendet, ich wendete mich wieder meiner Wäsche zu, klingelte es wieder: Der Katzen suchende Nachbar stand vor meiner Bude. Das glaube ich jetzt nicht! Will der alle Räume persönlich inspizieren? Hier war keine Katze! Kurzer Plausch, kurze Erklärung welches Dachfenster zu welcher Wohnung gehört, den Name des Nachbars von mir gegenüber kenne ich nicht. Der hat aber ein Dachlukenfenster, er war nur nicht da. Als ich meine Tür schloss, ging es im Hausflur noch munter weiter. Da suchte einer verzweifelt seine Katze, ich verstand das ja auch zum Teil.

Einen Tag später treffe ich den Katzen- und Werner suchenden Mann auf dem Parkplatz und frage anstandshalber, ob die Katze wieder da ist.

Sagt er sinngemäß:

„Nee, nicht aufgefunden. Das ist aber nicht schlimm, dann kaufe ich eine eben eine Neue.“

Ach so, na dann, aha, tztztz. Hat sich der Ausraster ja total gelohnt. Ich weiß nicht wer mir mehr leidtut: Die Katze, die petzende Nachbarin oder der brüllende, hysterische Nachbar. Und ich bete zum lieben Gott, er kauft sich keine Lama welches über unsere Dächer spaziert und auf meinem Balkon landet. Geht der Rotz von vorne los. Den Briefkasten von Werner reparieren wir auch, ist ja klar. Da ist der Schlüssel abgebrochen.  Man ey, Werner. ^^

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In Single-Gruppen kennengelernt – jetzt heiraten die plötzlich.

(Quelle Bild: Pexels Foto/Yuri Catalano)

Da staunte ich die Tage nicht schlecht als ich bei mehr als einer Person mitbekam, dass die Hochzeitsglocken geläutet haben. Bim-Bam. Beziehungsweise die Standesbeamten/Standesbeamtinnen ihren Job anscheinend gut gemacht haben. Einige von den Frauen, welche ich schon jahrelang durch Single-Gruppen kenne, haben nun den Nachname gewechselt. Oder auch nicht gewechselt, aber sie haben geheiratet. Sie sind schwer in „big love“ quasi.

Gerade wenn es so meinen Jahrgang betrifft, freut es mich umso mehr wenn diese Frauen bzw. Männer den Part gefunden haben welcher sie ergänzt.

Wenn ich an die Dialoge damals denke als wir uns alle einig waren, dass wir bis ans Lebensende unsere Geburtsnamen behalten werden, dass wir über manche Nachrichten diverser Herren nur mit dem Kopf schütteln konnten. Was haben wir uns manchmal über gewisse Kommentare in den Single-Gruppen abgerollt, also schlapp gelacht. In ganz düsteren Stunden heulte man sich bei der anderen aus wie grausam das Single-Dasein ist und wie grausam das Angebot auf dem Markt. Auch wenn wir wussten, dass auch wir stellenweise grausam waren. Sehr grausam. Der Schreck eines jeden männlichen Singles waren wir 😉

Ich bin bei Facebook in keiner einzigen Gruppe mehr: Nach einem Bericht von mir beim Focus über das „Balzverhalten“ in den genannten Gruppierungen bin ich ratzfatz aus allen Gruppen geflogen. Junge!

An dieser Stelle meine herzlichsten Glückwünsche an die Leidensgenossinnen/Leidensgenossen von damals, die heute das gefunden haben wonach sie damals suchten. Hätten wir das damals vorausgesehen, wir hätten uns an die Köppe gepackt und kollektiv gesagt:

„Quatsch, nie im Leben. Hör doch auf. “

Ich persönlich bin ganz weit entfernt davon, aber ich erzähle meinen Kollegen immer wo ich denn heiraten würde. Deren Kommentar bei der Frühstücksrunde:

Steffi, finden wir toll. Ganz toll, echt. Aber da ist ja keiner in der engeren Auswahl. Fang da erst an und arbeite Dich dann zur Lokalität und der Art und Weise der Trauung vor. So hat das keinen Sinn.“

Dann trinken wir unseren Kaffee, essen unser Brot (ich  die Leberwurststulle) und dann schmunzeln wir 🙂

Aber immerhin, ich hätte schon vier Orte der Trauung in der Hinterhand, acht saugeile Brautkleider per Screenshot auf dem Handy, das Buffett vor Augen und zig Alternativen für `ne mordsmäßige Party im Hirn. Den Rest muss man sehen. ^^

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Es wird hart – es wird laut – Old School Rock in Vahle (Uslar)

Reminder und Avantatör geben Vollgas

(Quelle Bilder: Reminder/Avantatör, mit freundlicher Genehmigung/Einverständnis)

Uslar/Vahle Die Damen und Herren, welche gerne im kleinen Schwarzen ein Sektchen schlürfen und dezent zu einschlägiger Tanzmusik mit der Fußspitze wippen, dürfen an dieser Stelle schon aufhören zu lesen. Denn wenn am 28.07. ab 19 Uhr in Elfis Rockscheune die ersten hardrocktechnischen Akkorde erklingen, dann steht an diesem Abend eine der ältesten Rockbands aus dem Solling im Rampenlicht. Reminder. Mit Bums im Gepäck.

1980 gegründet, machen Bernd, Christoph und Frank seit 38 Jahren Musik handmade. Heißt: Nix gecovert, alle Songs der eigenen Feder entsprungen. Heutzutage eine Seltenheit, da viele Bands Erfolge feiern mit Titeln, welche quasi nur nachgespielt werden. Langweilig! Das kommt bei Reminder nicht aufs Schlagzeug, an die Gitarre oder ins Mikro. Ausnahmen sind allenfalls Huldigungen an gegangene Idole. Ich durfte in einige Stücke reinhören und als Hardrock-Tusse haben die drei Herren sowie deren Musik meinen persönlichen „kannste gut hören-TÜV“ mit Bravour gemeistert. Wer gerne E-Gitarren-Sounds und Schlagzeug-Klänge auf den Lauschlappen hat, der ist an dem Abend goldrichtig in der Scheune von Elfi in Vahle. Wer zudem gerne ein Bierchen zischen mag (es wird an diesem Abend hin und wieder eine komplett neue Kaltschalen-Sorte zu sichten/testen/schlürfen sein) und einen locker-flockigen Abend sucht unter Gleichgesinnten, der ist an diesem Abend ebenfalls goldrichtig in der Scheune von Elfi in Vahle.

Das Uslarer Land hat aber noch eine Nachwuchsband in der Hinterhand: Avantatör. Erst Ende 2016 formierten sich Maurice, Dominik und Heiko. Das Herz dieser drei Jungs schlägt ebenfalls für den Hardrock. Aufsehen erregte Avantatör im letzten Jahr beim Bandcontest „Big Boobs & Balls Band Battle“ in Moringen.

Zumindest schwärmen selbst alteingesessene Hardrocker von ihnen. So stehen am 28.07. zwei Bands in Vahle auf der Bühne, die sich musiktechnisch den Staffelstab in die Hand geben und zeitweise sicherlich zum Headbangen animieren.

Knaller an diesem Abend: Kein Eintritt. Gute Musik für umme. Ein rustikales „Stelldichein“ in sicherlich richtig cooler Atmosphäre. Noch Fragen? Nein? Okay, dann bis zum 28.07. in Vahle.

Peace, my friends 😉

Info:

Wann: 28.07. ab 19 Uhr

Bis: Wird man sehen

Eintritt: Nüschte

Warum: Es muss knallen

Wo: Elfis Rockscheune, Steinbergstr. 32, 37170 Uslar-Vahle

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In der Damentoilette war mehr los als in den Straßen von Potsdam.

Tür auf – Tür zu – Rotes Schloß – weißes Schloß

Am letzten Wochenende war ich wieder unterwegs mit dem Reisebus nach Potsdam. Nun ist es bei uns Frauen ja so, dass wir oft austreten müssen. Zumindest mein Jahrgang. Sag mir, dass ich zwei Stunden auf keine Toilette kann, und meine Blase füllt sich automatisch von jetzt auf gleich bis zum Rand. Ohne etwas getrunken zu haben. Nur der Gedanke daran macht mich schon panisch.

In diesen Reisebussen sind auch Toiletten, aber irgendwie stand ich der ganzen Sache kritisch gegenüber.

Zum einen weil ich die Erklärung über all die Knöpfe und Schalter vorher per Durchsage vom Fahrer so kompliziert fand, so dass ich etwas Angst hatte falsch zu drücken und den Notruf auszulösen.

Wenn Sie dort drücken, dann passiert das.“

Wenn Sie da drücken, passiert dieses.“

Und wenn Sie genau da drücken muss ich Sie retten, denn das ist der Notknopf.“

Bitte nur das kleine Geschäft, die anderen Mitreisenden werden es Ihnen danken.“

Okay, ist klar bis hier. Ich gehe da nicht drauf. Nicht inmitten mir fremder Leute. Einige sitzen ja quasi fast neben Dir wenn Du Deiner Notdurft nach kommst. Das ist nicht so meins.

So nimmt man jedes Raststätten-WC mit. Ich habe gelernt immer Kleingeld dabei zu haben, genau 70 Cent. Dann ab durch das Drehkreuz und ab geht der Peter. Vorher noch schnell den 50 Cent-Gutschein in den Geldbeutel geprümmelt welchen der Apparat ausspuckt (habe ich noch nie eingelöst).

Nun hatten wir auf der Rückfahrt die Situation, dass ich schon nach verlassen des Schiffes hätte austreten können. Ich war auf dem Schiff aber zu spät dran, wir mussten runter vom Kutter und zu unserem Bus. Gut, gehe ich halt im Bus. Das habe ich aber nicht geregelt bekommen aus o. g. Gründen. Knapp 2,5 Stunden Fahrt folgten, dann kam unsere „Zwischenstop-Raststätte“. Drei Mal dürft ihr raten, wer gerannt ist.  Es war aber so, dass zeitgleich mit uns noch weitere Reisebusse anhielten, und noch weitere Damen und Herren aufgehalten hatten: Wie eine Karawane wenn der Sultan Durst hat. Ein Gerammel in der Raststätte, fast alle runter auf die Toiletten. Die von unten kamen mussten warten: Eine Menschentraube mit Blase randvoll war auf dem Vormarsch. Ich drängele eigentlich nicht, bis auf diesen Tag. Ich habe links und rechts überholt, hatte die 70 Cent schon in meiner schweißnassen Hand und tippelte vom rechten Bein und auf das linke Bein. Während man vor mir erst das Geld passend suchte, habe ich mich wieder vor gedrängelt und passierte das Kreuz: Jau, drin. Da stand mein Geschlecht dann aber auch noch vor den Türen. Tür auf – Tür zu – Tür auf – Tür zu. Rotes Schloss – weißes Schloss – rotes Schloss – weißes Schloss. Immer Action da drin bei dieser Anzahl von Damen. Und ein Geschnatter wie im Puten-Stall.

Man ist ja unglaublich erleichtert, wenn man dann diesen Trupp verlassen kann und zum Bus schlendert als wäre nix gewesen.

Warum ich mir dann gleich einen Kaffee rein drehen musste in dem Wissen noch 2,5 Stunden im Bus zu sitzen, weiß der Himmel. Aber gut, im Bus wäre ja eine Toilette gewesen. ^^

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Bombenstimmung bei der Tagesfahrt zur Kieler Woche

Von Bus-Charter, Knutsch-Buden und Uwe

Uslar/Northeim Nun habe ich meine Jungfernfahrt hinter mir was Tagesreisen mit einem Busunternehmen angeht.

Ich fahre nicht gerne Auto. Deshalb habe ich mir vor einiger Zeit  Kataloge von Busunternehmen angefordert. Für mich die perfekte Alternative um mal durch das Land zu kommen. Was früher als „Kaffeefahrt“ betitelt wurde, mit dem Hintergedanken, dass man mit Heiz- und Rheuma-Decken nach Hause kommt und so manch anderem Krimskram, ist zumindest bei mir seit der Tour nach Kiel nicht mehr im Kopf.

„Ist im Bus ein Klo?“

Als ich mit meiner Kollegin und Freundin gegen 3.30 Uhr aufbrach Richtung Northeim, wusste und ahnte ich nicht im entferntesten was da auf uns zukommt. Man stellte sich so manche Frage:

Was fahren da für Leute mit?“

Wird uns gesagt wo wir hin müssen? Wo wir uns sammeln?“

Läuft da jemand mit einem Schild umher, um uns am Ende wieder zum Bus zu lotsen?“

„“Ist im Bus ein Klo?“

Fragen über Fragen.

So standen wir um 4.30 Uhr mit vielen Mitreisenden am Bus. Ich mit einem Jutebeutel voller Essen und Trinken. Viel zu viel wie sich später herausstellte.

Der sympathische Busfahrer Uwe

Unser Fahrer hieß Uwe und es sollte sich im Laufe des Tages mehrmals bestätigen, dass der gute Mann viel Wissen hatte. Er erklärte auf dem Weg nach Kiel den gerade aktuell passierten Orten/Städten betreffend eine Menge. Und er kochte in den kurzen Pausen immer wieder Kaffee für uns alle. Was wir dankend annahmen. Denn viel geschlafen hatten wohl keiner von uns, man musste mit Koffein pimpen.

In Kiel angekommen, gingen wir zu unserem Schiff. Mit diesem sollte es hinausgehen aufs Wasser. Brunch war auch angekündigt. Wir wurden mit einem Glas Sekt begrüßt von wirklich netten Damen und Herren der Crew.

Bombentisch

Noch zwei Ehepaare aus unserem Bus kamen mit an den Tisch an dem wir saßen, und die Stimmung ging gleich steil an Bord. Raunte mir meine Kollegin zu: „Bombentisch.“ Wir haben Tränen gelacht, es passte einfach mit uns allen. Die Konversation begann. Das ist ja das spannende, wenn man mit fremden Menschen gemeinsam einen Tag verbringt.

Während ich noch glaubte, dass es bestimmt Marmelade aus kleinen Einwegpötten gibt, dazu Brot und Wurst und vielleicht ein Ei, wurden wir eines besseren belehrt: Ein Brunch wie aus dem Bilderbuch. Absolutes Highlight: Das Büfett wurde wie eine Art Hebebühne nach oben gefahren. Plötzlich fuhr ein Teil des Schiffsbodens hoch und Trommelwirbel: Kalte und warme Köstlichkeiten kamen ans Tageslicht. So etwas habe ich noch nie gesehen. Es gab alles was das Herz begehrt. Und saulecker war es auch.

Die Knutsch-Bude

Nachdem wir den Magen gefüllt hatten, ging es hoch aufs Schiff an die frische Luft. Ich wollte das Wasser riechen und die Möwen hören. Es wehte eine starke Brise, nieselte auch immer mal wieder. Was mich allerdings nicht störte, ich sog die mir sich bietenden Bilder auf wie ein Schwamm. Mir doch egal wenn ich auf dem Kopf aussehe wie ein aufgeplatztes Sofakissen, außer meiner Kollegin kennt mich dort keiner.

Als wir wieder Land betraten, ging es über das Areal der Kieler Woche. Stand an Stand, das Angebot war unfassbar. Es gab auch eine „Knutsch-Bude“. Während meine Kollegin und ich noch dachten, dass da so alteingesessene Singlefrauen wie wir mal kurz geküsst werden, gegen Bezahlung natürlich, sah die Realität schon etwas anders aus: Es ging um Schnäpse. Okay, schade, och Mensch. Aber unser Gedanke war toll. Man sollte dieser Art der Interpretation vielleicht weiter verfolgen. Gibt ja genug Singles.

 Capirinha in der Hand

Danach gingen wir Richtung Innenstadt Kiel. Ohne Plan – ohne Ziel – einfach drauf los. Und wir landeten vor der großen Bühne eines namhaften Radiosenders aus Hamburg. Es waren zwei Liegestühle frei, wir beide uns gleich da drauf geschmissen mit unserem Handtaschen und es war Extrem-Chilling angesagt. Tolle Musik auf der Bühne, Longdrinks in der Hand, die Sonne dann doch im Gesicht: Es war wie Urlaub.

Kleiner Hinweis an die Frauenwelt: Kiel hat unglaublich hübsche Männer. Wir saßen nicht selten mit offenem Mund beim Beobachten der Leute, und ohne etwas zu sagen wussten wir was die andere gerade dachte. An dieser Stelle Glückwunsch an die anwesenden Ehefrauen dieser Männer.

Durchgezählt wie auf Klassenfahrt

Irgendwann schlenderten wir zurück, noch ein paar Souvenirs für die Kinder kaufend und dann Richtung Bus.

Wir waren auch vollzählig, es ist keiner versackt. Der Uwe hat uns immer durchgezählt, es war stellenweise das Feeling einer Klassenfahrt.

Kaum fuhr der Bus, fielen bei den ersten Fahrgästen auch gleich die Augen zu. Ich war viel zu aufgedreht, habe schon Bilder bearbeitet und in den sozialen Netzwerken geteilt.

Uwe sagte uns zum Schluss er sei froh, dass keiner von uns auf dem Schiff durch das hochfahren das Schiffsbodens durch die Luft katapultiert wurde, weil einer dort drauf stand. Ja Uwe, darüber waren wir wohl alle froh.

Die nächsten Reisen sind gebucht

Als wir gegen 23 Uhr wieder auf dem Gelände des Busunternehmens in die Nacht entlassen wurden, konnte ich kaum die Augen aufhalten. Noch knapp 30 Minuten Fahrt Richtung Uslar,  dann aber ab auf das Sofa oder ins Bett. Zum Glück hatten wir Urlaub eingereicht, nach einem solchen Ritt ist am Folgetag ein 9-stündiger Arbeitstag sicherlich eine Qual. Ich war noch immer so aufgewühlt. Weil ich lange, lange Zeit nicht mehr unterwegs war in dieser Form. Und mir nicht annähernd gedacht hätte, dass Reisen per Bus-Charter ein solch tolles Erlebnis ist. Für wirklich schmales Geld.

So komme auch ich Autofahr-Legasthenikerin mal durch die Republik. Die nächsten Fahrten sind schon gebucht. Ich hoffe, da sind dann auch „Knutschbuden“ nach unserer Interpretation am Start. Man wird ja wohl noch träumen dürfen.

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Zeig mir Deine Handtasche, und ich sag Dir wer Du bist.

Diese Weisheit habe ich erst vor ein paar Jahren gerafft, als man mich und gefühlte andere 1548 Frauen bei einem Casting darauf hinwies, dass man evtl. man kurz in unsere Handtaschen lunzt. Weil man am Inhalt einer Handtasche erfahren kann wie die Frau so tickt. Der Mann sicherlich auch, aber der trägt ja keine Handtasche. Eher selten quasi 😉

Diese These stimmt aber. Sage ich jedenfalls. Am Inhalt und der Größe meiner Handtasche lässt sich erahnen, dass ich mehr so die „immer rein, das wird irgendwann sauwichtig sein-Tusse“ bin.

Ich fahre Sonntag zur Kieler Woche. Nur einen Tag. Tagesreise sozusagen. Nichts dolles, ich verlasse nicht das Land und bin auch keine 5 Monate weg. Aber ich überlege seit einigen Tagen was ich alles so mitnehmen muss in meiner Handtasche: Getränke, Essen, Taschentücher, Fotoapparat, Kopfschmerztabletten, etwas für den Magen (es geht auf ein Schiff), Handy, Ladekabel, Geldbörse, Papiere, Kuli und Block, Deo, Parfüm, diverse Hygieneartikel wie Feuchttücher, Desinfektionsgel, einen Schirm, eine dünne Jacke/einen Pulli. Ich hasse das! Ich hasse das echt! Noch nie hat man gelesen, dass ein Tagesausflug richtig übel endete weil eine Frau ihr Deo vergessen hat. Oder ihren Kuli.

Noch nie habe ich erzählt bekommen, dass ein Tagesausflug in der Notaufnahme endete weil eine Frau ihre Schmerz- und Magentabletten vergessen hat. Oder das Desinfektionsgel.

Noch nie habe ich erlebt, dass ich bei einem Tagesausflug ohne Stift und Block in eine lebensbedrohliche Situation kam.

Aber trotzdem kann ich dieses Gerammel in meiner Handtasche nicht abstellen. Orrrr!

Das Teil wiegt ja dann auch! Da ich Querträgerin bin, also meine Tasche immer locker-flockig seitlich trage, muss ich hin und wieder wechseln. Sonst gehe ich krumm.

Am schlimmsten ist es dann, wenn ich etwas suche in dem Ding: Katastrophe!

Meinem Schwager ist mal aufgefallen, dass ich da einen Brauch übernommen habe: In unserer Familie ist das wohl Pflichtprogramm. Sieht man eine Frau schief gehen, mit einer Handtasche die aussieht als würde sie 35 kg wiegen, dann ist die Trägerin eine „Werner“.

Aber gut, wir haben Bullrichsalz dabei während andere über die Reling reiern. Ich wollte es nur gesagt haben.  Bitte, gerne 🙂 ^^

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„Schland“, Sammelkarten und Orakel: Kuriositäten um die WM.

 

Uslar Mir steigen dieser Tage wieder kleine Kötzerchen im Hals hoch wenn ich das Wort SCHLAND lese oder höre. Was nach der Entstehung dieses Wortes für einige Zeit noch recht witzig war, geht mir heute irgendwie auf den Sack. Aber mich fragt ja keiner. Außerdem werde ich es überleben 😉

Uschlaaaaa, das is in Nordschland

Nun habe ich das Wort SCHLAND mal gegoogelt: Es gibt sogar bei Wikipedia ganz viele Erklärungen dazu.

Wusstet ihr, dass dieses Wort ein geschütztes Markenzeichen ist seit 2015?

Und seit 2014 im Nachschlagewerk „Neuer Wortschatz“ zu finden?

Dass SCHLAND schon seit 2002 umher geistert?

Da war ich wohl vorhin etwas baff über die Infos. Ich kenne Leute, die sagen SCHLAND wenn sie mit 4,8 Atü auf dem Kessel im Taxi sitzen und erklären wollen wo sie hin möchten:

„Uschlaaaaa, kennste? Uschlaaaa, da is in Schland, Nordschland. Fahr los jetzte!“ Hicks.

Aber gut, wenn dieses Wort mit Feierlaune in Verbindung gebracht wird, lasse ich es mal durchgehen 😉

Eberhard und Seppi

Die „Orakel“ sind bei dieser WM auch wieder Thema.

Paul die Krake war das unangefochtene Fußball-Orakel Nummer 1. Paul hat ja leider nicht überlebt.

Nun gibt es noch den sibirischen Tiger Fedor, den Schneeleopard Sagar, Eberhard das Landschwein, Eisbärbaby Nannok, Elefantenbaby Nelly, Elefantenkuh Zella, Seebärin Daisy, Pinguin Flocke und Seppi den Dackel. Ich sah erst heute eine Ziege die sich nicht namentlich vorstellte, die aber mit ihren Kolleginnen und Kollegen auch orakelt. Irgendwie orakelt das Tierreich gerade zu 80% die WM. Mein Favorit wäre übrigens Eberhard das Landschwein, gefolgt von Seppi dem Dackel. Die Namen sind mir so symphatisch 🙂

Sie tauschen und tauschen und tauschen

Beim Einkaufen heute war ein Papa hinter mir, welcher zu seinem Kurzen sagte: „Hier gibt es bestimmt Fußballkarten.“ Dabei verzog er das Gesicht gequält. Stimmt, ich wurde auch beim Bezahlen oft gefragt ob ich diese sammele. Ich sammele alles, aber nicht diese Karten. Weil ich auch echt nicht weiß, was die mir bringen. Erst vor Kurzem wurde in einer lokalen Gruppe Uslar betreffend entschieden, dass das tauschen dieser Karten in der Gruppe nicht mehr gestattet ist. War das teilweise ein wildes Geschreibsel:

„Hier, ich habe 364x die Karte X und suche die Karte Y. Wer hat? Wer will? Wer tauscht? Hä? Was?“

So wirklich hatte das mit Uslar nichts zu tun, in dieser Gruppe geht es mehr um Stories aus dieser wilden Stadt in Nordschland 🙂

Auch wenn ich jetzt nicht soooooo die WM-Maus bin, keine Wimpel am Auto habe, keinen Schlüppa in Schwarz-Rot-Gold trage, also das Spektakel nicht so wahnsinnig verfolge, kam ja doch unter dem Strich eine Kolumne bei rum. Dann will ich mal nicht meckern hier. ^^

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Young- und Oldtimer-Fans aufgepasst: „Classic Drive“ an der Weser

(Quelle Bilder: LWRpctrs)

Classic Drive“ an der Weser: Autos, Musik und Feeling aus drei Jahrzehnten in einer rattenscharfen Kulisse.

Wahlsburg-Lippoldsberg/ Autoliebhaber, Young- und Oldtimer-Fans aufgepasst: Wenn sich am Samstag dem 30.06. ab 14 Uhr an der Sportarena Wahlsburg knapp 150 Autos zur Schau stellen, welche mehr als 25 Jahre auf dem Buckel haben und eine Geschichte im Gepäck, dann ist „Classic Drive“ an der Weser angesagt. Da mag sich die/der ein(e) oder andere Besucher/Besucherin auch auf eine Zeitreise begeben. Und jeder tut zudem etwas Gutes. Denn der Eintritt ist frei, alle Überschüsse von diesem Tag gehen an die Elternhilfe für das krebskranke Kind e. V. Göttingen. Sauber, Jungs.

Was als „Bavarian Classic“ begann, initiiert von Wolfgang Brand & Friends, geht nun nahtlos über in „Classic Drive“. Ab den Nachmittagsstunden können beispielsweise amerikanische V8 Bolieden, BMW Klassiker, der Porsche 911 oder Raritäten wie der Golf I zu bestaunen sein. Es wird gemunkelt, dass das älteste dort angemeldete Fahrzeug aus dem Jahre 1928 stammt. Der Anblick und die Stimmung an diesem Tag sollte das Herz eines jeden Fans höher schlagen lassen. Es werden bei diesem Event drei Jahrzehnte, die 70er, 80er und 90er Jahre Grundlage sein für einen sicherlich außergewöhnlichen Tag. Nicht nur die Musik wird so manchen Gast erinnerungstechnisch ein paar Jahre zurück katapultieren, sondern auch das kulinarische Angebot: Burger, Barbecue, Crèpes und Softeis. Wer mag, der kann im Beach-/Lounge-Bereich kurz abchillen, Cocktails und andere Kaltgetränke schlürfen, sich gerne auch ein Stück Kuchen und einen Pott Kaffee gönnen. Sicher ist auch, dass sich das ein oder andere Gespräche ergeben wird unter den Besuchern. Fachsimpeln quasi.

 

Man darf gespannt sein auf eine Veranstaltung, welche es in dieser Art hier im Raum Südniedersachsen/Nordhessen noch nicht gegeben hat.

Mich persönlich lockt ja schon der Gedanke an die Musik der 80er und das Softeis. Und das Wissen, an diesem Tag sicherlich viele noch nicht bekannte Gesichter zu sehen.

Abschließend sei nochmals gesagt, dass nicht nur vom Programm her viel geboten wird. Dieser Tag wird am Ende etwas bewegen mit der Spende an die Elternhilfe für das krebskranke Kind e. V. in Göttingen.

Das alles sollte Grund genug sein mal in Lippoldsberg vorbei zu schauen. Wobei Lippoldsberg eh eine Reise wert ist, wissen wir ja (fast) alle 😉 

Info:

Wann: Samstag, 30.06.2018

Wo: Am Sportplatz, 37194 Wahlsburg-Lippoldsberg

Ab: 14.00 Uhr

Bis: 0.00 Uhr

Guckst Du: Classic Drive Community

Oder hier: Eventbeschreibung auf Facebook

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„Sind die Vahler Hüpper in unserer Nähe? Hä? Sind sie?“

Wenn die Bollchen ganz tief fliegen

Uslar/Schoningen Sicherlich hätten viele von uns plärren können als es am letzten Sonntagvormittag schüttete wie aus Kübeln. Gerade die, welche beim Umzug in Schoningen mitgehen wollten oder als Zuschauer Bollchen einsammeln. Von der Feuerwehr Schoningen ganz zu schweigen, denn der Sonntag war der Ausklang des Festes, u. a. auch mit dem Dämmerschoppen. Wir haben in der Whatsapp-Gruppe noch diskutiert ob wir überhaupt mitgehen, ob wir mit Schirm mitgehen, mit Regenmantel usw. Aber schwupps: Gegen Mittag kam die Sonne raus und es war alles gerettet.

Horst-Herbert

Wir trafen uns vor der Tür eines Feuerwehrmannes, ich nenne ihn jetzt mal Horst-Herbert. Dieser Horst-Herbert hatte uns einen Bollerwagen zur Verfügung gestellt. Während wir unseren Kladderadatsch dort rein prümmelten, erschien Horst-Herbert. Er gab auch eine Runde Kaltgetränke aus. Sehr gastfreundlich, der Horst-Herbert. Als die Damen und Herren vom Delegiertentages des Feuerwehrkreisverbandes Northeim Schoningen verließen, kamen die Trecker, Fußgruppen und Leiterwagen in Schoningen an. Wilde Bässe klangen durch die Luft, die Stimmung ließ zur Mittagszeit schon erahnen was noch so geht: Kein Rotkohl mit Roulade, sondern Party z. B. in der Bachstraße und so.

Wo gehen die Vahler Hüpper?

Wenn im Uslarer Land Umzüge stattfinden, fragen sich alle Beteiligten folgendes:

„Gehen die Vahler Hüpper hinter uns?“

„Wo gehen die?“

„Kann bitte jemand Duschhauben besorgen?“

Wir hatten sie hinter uns, die Vahler Hüpper. Und was soll ich sagen? Einige tänzelten extra um den Wagen herum um eine Abkühlung zu erhalten aus dem Hals des Frosches.

Fliegen die Bollchen so tief oder die Schwalben?

Als wir in die Straße gingen an der wir uns aufstellen sollten, hatte man mit Farbe schon die Startnummern auf den Asphalt gesprüht. Wir waren richtig, die Schoninger Mädels vor uns waren richtig. Irgendwie schienen aber auch nur wir richtig zu sein. Denn hinter uns stand keiner mehr. Es hätten aber noch 8 Gruppen folgen müssen. Eine Querstraße weiter stellten sich auch welche auf. Irgendwie stellten sich überall welche auf. Und die Sonne brannte vom Planeten. Die Kapelle aus Schönhagen blies in die Klarinette und es ging rund mit der Marie. Stimmung war bombig. Die ersten Bollchen flogen, die ersten Tüten Brausepulver flogen auch (knapp 350 an der Zahl), es wurde gewunken und gerufen und gelacht. Es war wahnsinnig drückend und warm, einige hatten Handtücher im Nacken hängen und kippten von oben rein, was durch die Poren wieder raus ging. Oder durch die Blase 😉

In der Knickstraße knickte es weg

In der Knickstraße, leichte Linkskurve mit Anstieg, knickte unser Bollerwagen-Gestell ein. Zuviel Proviant drin quasi. Ja, so eine Bio-Banane wiegt `ne Menge 😉  Ich lief knapp 30 m weiter mit einer alten Schranktür in der Hand. Es muss gewirkt haben als liefe ich für Werbung für das Möbelhaus vom Schweden.

Aber wir hatten zwei „Dreibeiner“ dabei, die reparierten das in Windeseile.

Rammen in den Chaisen

Auf dem Festplatz angekommen, rannten viele Richtung Toilettenwagen. Gerade die Frauen. Und dann ging es kollektiv auf den Platz und auf das Zelt. Erstmal setzen – quatschen – fröhlich sein. Die ein oder andere Pizza streifte den Gaumen. Und man sah endlich die anderen Teilnehmer des Umzuges.

Ja, und dann ging es wieder für viele Richtung Autoscooter. Ich, die am Tag vorher noch tröterte:

„Wie kann man sich da rein setzen? Zu gefährlich, zu teuer, so ein Blödsinn!“,

fand ich mich dann auch in einer Chaise wieder. Und das nicht nur 1x oder 2x. Mal stieg hier einer zu und da eine aus. Und es wurde gerammelt wie irre. Also jetzt mit den Chaisen. Blutergüsse gab es auch in unseren Reihen.

Wenn das Reh schaut wie der Papa damals

Mittlerweile standen die Weserbergland-Musikanten auf der Bühne. Und das Freibier rann durch die Kehlen. 

Als ich gegen 21.30 Uhr Richtung Uslar startete, zu Fuß, wie eine Tusse aus den 80ern, passte das alles. Okay, okay, okay, das Wild auf der Mitte der Strecke schaute mich böse an. Wie meine Eltern damals wenn ich zu spät aus dem Meeting kam. Da fühlste Dich echt Scheiße.

Liebe Feuerwehr Schoningen, ich habe euer Fest echt genossen. Drei Tag feiern, einen Tag Urlaub, sechs Stunden mit Schüttelfrost auf dem Sofa liegend. Das war es uns aber wert. Hoffentlich in 5 Jahren wieder. Aber erst sind Verliehausen und Kammerborn am Start. ^^

 

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Wo ist denn der Olli hin?

(Quelle Bild: Free Photos).

Feuerwehrfest Schoningen, Part I – Von Fischbrötchen, Baustellenschildern und vielem, vielem mehr.

Schoningen/Uslar Drei Tage Feuerwehrfest, das bekommt man gar nicht alles in einen Bericht. Monate darauf gefreut, und dann ist alles so schnell vorbei. Ich hätte noch tagelang weiter feiern können.

Für viele begann die Sause am Freitag, gerade für die vielen Feuerwehrfrauen und -männer aus der Region. Der Kommers läutete das Zeltfest ein. Zwar war am Donnerstag schon die Mitgliederversammlung der Volksbank Solling im Zelt, allerdings ohne mich. Vier Tage feiern traue auch ich mir nicht mehr zu.

Beim Betreten vom Festplatz dominierten optisch die „hellblauen Oberhemden“ das Areal, die Damen und Herren der verschiedensten Feuerwehren füllten den Platz mit Leben. Ich habe schnell das Gelände abgescannt um zu schauen was man denn Essen könnte z. B., wo die Schießbude steht und ganz wichtig: Der Toilettenwagen.

Im Zelt herrschte auch reges Treiben, noch saßen die meisten artig auf ihren Stühlen. Bei einem solchen Fest ist ja klar, dass die Theke umlagert wird wie das Licht von den Motten. Das Wetter war traumhaft und es war noch sehr warm. Da muss man viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Ob nun mit Hopfen oder ohne. Im Trend lag: Mit Hopfen!

Die Party-Band „Dolce Vita“ stand schon auf der Bühne und heizte den Besucherinnen und Besuchern ein. Langsam aber sicher füllte sich die Tanzfläche, langsam aber sicher kam Stimmung in die Bude.

Wie das eben so ist in einer Kleinstadt bzw. auf dem Dorf, kennt man sich ja quasi untereinander. Das ist beinahe wie eine Familienfeier. Was heißt, dass man sich natürlich viel unterhält. Wenn man nicht gerade tanzt. Oder am Toilettenwagen steht.

Abendbrot gab es bei mir auf dem Platz. Die obligatorische Bratwurst schafft so manche Grundlage für den weiteren Verlauf des Abends. Oder das Fischbrötchen. Oder die Pizza. Oder, oder, oder.

Ich bin eigentlich weniger die Tanzmaus. Eigentlich. Wo fand ich mich wieder? Genau: Auf der Tanzfläche! Mit vielen anderen. Wenn die einschlägigen Gassenhauer kommen aus dem musikalischen Bereich und ich mit den Füßen anfange zu wippen, dann weiß ich wie es endet: Wild klatschend und mit vollem Körpereinsatz den Zeltboden bearbeitend. So trug es sich zu, dass ich mit meinem Lieblingsfeuerwehrmann, dem „Olli“, abhottete. Der Olli verschwand plötzlich nach hinten rechts und legte dort ein „Solo“ ein im tanztechnischen Bereich. Und ich denke noch so:

„Stinke ich?“

„Ist es dem Olli peinlich, dass Du tanzt wie ein Storch nach 4 Gläsern Apfelkorn?“

„Hast Du ihn versehentlich getreten?“

Und plötzlich war der Olli weg! Man munkelt, sein Heimweg war lang. Sehr lang. Und sehr kurvig.

Wenn man als Mutter nachts vom Kind abgeholt wird, ist das Zeitfenster kein großes Zeitfenster. So schaffte ich den Absprung am Freitag recht unbeschadet. Was für den Samstag komplett an Gültigkeit verloren hat, aber komplett!

Die Party-Band „Remmi Demmi“ war Samstag am Start, wie so oft bei Veranstaltungen in Schoningen. Das Zelt voll, der Festplatz voll, mancher Besucher halt auch. Der Autoscooter war in Betrieb, man glaubt nicht was da los war. Neumodernes Fahrgeschäft-Gedöns? Braucht kein Mensch! Ein Autoscooter geht immer.

Das Tanzbein habe ich nicht geschwungen, ich kam da gar nicht zu. Man unterhält sich mit so vielen Leuten an solchen Abenden, dass ich schon immer Bollchen in der Hosentasche habe damit der Hals nicht trocken wird. Gegen Ende des Abends, am Stehtisch Zeltausgang rechts, trugen sich Gespräche zu, dass glaubt einem kein Mensch. Sehr unterhaltsam war es, sehr informativ, sehr … na ja.

Ebenfalls immer in der Hosentasche bei solchen Festen das Kleingeld für den Toilettenwagen. Das war in Schoningen der sauberste Wagen den ich jemals benutzt habe. Und der mit der besten „Durchlaufzeit“. Weiß der Himmel woran es lag, dass ich nie warten musste. Bei Frauen ist das ja immer an Dramatik nicht zu überbieten. Bei solchen Festen besprechen Frauen gerne auf der Toilette den Weltfrieden. Stundenlang. Auch gerne nebenbei noch nachschminkend. Das war an dem Abend nicht der Fall. Oder ich war auf dem Herren-Klo, man weiß es nicht. Es sah auch zu späterer Stunde auf dem Frauen WC nicht aus wie bei den Hottentotten. Die nette Dame und der nette Herr hatten das super im Griff.

Ehe man sich versieht zeigt die Armbanduhr eine Zeit an die schlussfolgern lässt, dass die Sonne bald am Firmament erscheint. Am Schoninger Firmament. Ach herrje, so lange wollte man ja eigentlich gar nicht bleiben. Der Gang an die Straße ist irgendwann unabdingbar, immerhin muss man noch einen Tag durchhalten irgendwie, denn der Sonntag sollte der Finaltag des Festes sein. Mehr dazu gesondert, das kann ich hier nicht mehr alles niederschreiben, das war der Kracher in Tüten. Jedenfalls stehen wir an der Straße und warten auf ein Taxi, die Idee hatten zig andere auch. Da oben war mehr los als auf dem Zelt. Die Leute sind an die Taxis gesprungen wie der Rammler auf die Häsin. Alle wollten nach Hause. So zog es sich. Ich stand noch nie in meinem Leben so lange an der Landstraße in Schoningen. Mein Kind zog rechts an mir vorbei, die Jugend ist zu Fuß gegangen. Die haben ja auch die jüngeren Beine. Während wir also weiter warteten (meine Kollegin und ich), schon auf einer Mauer sitzend, kommt eine junge Frau an die Straße. Erst zündete sie feierlich etwas an, es sah aus wie ein Brief. Können aber auch Kontoauszüge gewesen sein. Und dann … Achtung … Attention: Fing sie an die Straßen-Absperrung auseinander zu bauen. Sie hatte schon das Durchfahrt verboten-Schild in den Händen. Ich wollte noch sagen, dass das sicherlich nicht in die Handtasche passt. Und dass man sich nicht besser fühlt, wenn man mit einem Durchfahrt verboten-Schild im Arm aufwacht am nächsten Tag. Oder mit den lustigen Blinklichtern auf dem Nachttisch. Aber: Ich habe mich da nicht mehr eingemischt. Vielleicht auch aus Angst, sie zündet noch meine Handtasche an. Oder meine Haare. Hätte gut gebrannt bei den Mengen an Haarspray am Hinterkopf.

So saß ich gegen 4.30 Uhr endlich in meiner Küche, noch eine Zigarette rauchend und den Abend Revue passieren lassend. Ich kam über die Gespräche am Stehtisch Zeltausgang rechts nicht weg. Schenkelklopfer!

Ich kam auch nicht über das Wissen hinweg, dass 5 Stunden später der Wecker klingelt, weil man sich dann schon wieder fertig machen muss für die Teilnahme am Umzug. Und genau dieser Umzug und genau dieser Sonntag gehen auf meine persönliche Rankingliste der schönsten Sonntage seit langem. Mehr dazu aber später.^^

 

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